Zurüch zum Inhalt Tilbage til indhold.  Aus den "Deutschen Nachrichten" Fra den tyske avis Einzelne Lager Om de enkelte lejre

 

Deutsche Nachrichten 1946 Nr 43

 vom 18. November 1946

Deutsche Nachrichten 1946 nr 43

 fra 18. november 1946.

 
 Wochenschwatz #1
  • "Mephistos der Reaktion" von Wilhelm Lischnewski, Kløvermarken. #15
  • Brief aus Kolding. von Erwin Elsholz #29. Antwort: #34
  • "Vereigniten Staaten von Europa" Walter Rossberg, Silkeborg-Bad #35
  • Über das Soldatentum von Franz Specht. #60

  • Ist Margarine minderwertig? Emil Lichtenecker, #71. Antwort: #75. . 
  • Ugens passiar
  • "Reaktionens Mefistos
  • Brev fra Kolding
  • Europas forenede Stater
  • Om at være soldat

  • Er margarine underlødig? 
     1 Wochenschwatz von Jochen Spatz
            Liebe Landsleute. Ein Mann, der der Abreise des ersten Flüchtlingstransportes von Kolding beiwohnte, wurde gebeten, einen Gesamteindruck in wenigen Worten wiederzugeben. Sehr eifrig und sehre geschmeichelt erwiderte er: "Die deutschen Flüchtlinge haben in Dänemark nichts gelernt und nichts vergessen. Wie sie gekommen sind, reisen sie wieder ab". 
    3       Bei diesen Worten kam sich der Mann sehr fortschrittlich und sehr freiheitlich vor. Ich konnte mich, als ich den Ausspruch erfuhr, eines leichten Lächelns nicht ganz erwehren. Mir schien, er selber hatte in seinen Eifer, Ungünstiges über Menschen zu sagen, die er nicht leiden konnte, nichts vergessen und nichts gelernt. Er war rückschrittlicher als er wusste, denn wein Werturteil stärkt die wenigen Unbelehrbaren unter den Flüchtlingen. Er giesst Wasser in die unterirdische Bäche ihrer bankerotten Mühle. Sie stehen launisch beiseite und lachen sich eins ins Fäustchen: "Na also!"
    4       Es gibt oft solche vorschnellen Leute, die immer ein fix und fertiges Werturteil bei der Hand haben, mit dem sie Schaden anrichten können. Ihre Selbstsicherheit steht für gewöhnlich in keinem Verhältnis zu ihrer Sachkenntnis. Man kan über sie lachen oder sich über sie ärgern. Wir wollen weder das eine noch das andere tun, sondern sachlich prüfen, was an dem Urteil des Mannes ist. 
         Wie sind die Flüchtlinge angekommen?
    5       Nun, vor allem erst einmal tief erschrocken. Kein Wunder nach der furchtbaren Flucht durch brennende Dörfer, blotgerötete Schnee, durch von Toten und Trümmern besäten Schlamm, über vom Geschützfeuer berstende Eisdecken, an gurgelnden Wassertiefen vorbei (wenn nicht hinein!), auf überfüllten von Gezeter und Schreien bebenden Schiffen, die unter Fliegerbeschuss zu sinken drohten, ging es in die unbekannte Fremde. 
    6       Die meisten der Flüchtlinge waren vermutlich noch tags zuvor bis über die Ohren in dem Glauben an die Unüberwindlichkeit der deutschen Kriegsmacht verstrickt. Noch jetzt, auf der Flucht, fiel es ihnen schwer, den anscheinend plötzlichen Zusammenbruch des dritten Reiches, bei dem sie Haus und Hof, Hab und Gut, Gesundheit und Angehörige verloren, als endgültig hinzunehmen. 
          Hatte der Führer nicht erst verkündet .... ?
         Hatte Goebbels nicht erst im "Reich" geschrieben .... ?
          Hatte Hans Fritzsche nicht erst im Rundfunk gesagt .... ?
    7         Da waren ja noch die Wunderwaffen, die V1 bis V10, vielleicht sogar bis V20. Wartet nur ab. Der Führer wird es in Ordnung bringen. Er hat alles von vornherein einkalkuliert. Er hat für uns gedacht. Er wird auch weiterhin für uns denken. 
           Warum die Leute im Ausland bloss soviel gegen den Führer schreien? Er will ja nur das Beste. Er hat ja alles getan, um diesen Krieg zu verhindern, nicht wahr? Die andern Staatsmänner hätten ihn nur nicht zu stören brauchen. Sie hätten ihm, der alles am besten weiss, den Willen tun sollen, dann wäre der Krieg nicht ausgebrochen. 
    8       Deutschland ist schuld am Kriege? Oho, wieso denn? Das deutsche Volk? Auf gar keinen Fall. Wir hatten den Führer. Wir konnten nichts machen. Er hat für uns gehandelt. Und er tut bestimmt nichts Böses. Wo er doch so kinderlieb ist! 
          Konzentrationslager? Vivisektion an Menschen? Massenmord an Juden, Polen, Franzosen, Norwegern, Holländern und auch Deutschen, nur weil sie Gegner des Führers waren? Ganz ausgeschlossen! Feindpropaganda. -- Lüge. So etwas tut kein Deutscher. --
    9      So ungefähr sind die meisten Flüchtlinge hier in das land gekommen. Wer wissen will, wie sie heute denken, der muss sich unter sie mischen und ihr Vertrauen gewinnen. Dann wird er ein grosses Wunder erleben, wie viel ein Jahr der Besinnung gewandelt hat. 
    10      Die weitaus grösste Mehrzahl der Flüchtlinge hat inzwischen voller Entsetzen den Nationalsozialismus abgeschworen. Leute,die noch vor wenigen Jahren im Osten ohne Gewissenskonflikte bereit gewesen wären, die Wirtschaft irgendeines vertriebenen Polen oder Russen als Eigentum in Besitz zu nehmen, haben inzwischen begriffen, dass sie diese Bedenkenlosigkeit heute mit dem Verlust ihres eigenen Besitztums sühnen. 
    11      Menschen, die noch vor einem Jahre den Führer und sein System mit Klauen und Zähnen vor angeblich übler Nachrede verteidigten, schämen sich heute die Augen aus dem Kopfe, wenn man mit ihnen über die unausdenklichen Schandtaten des Naziregimes spricht. 
           Männer und Frauen, die noch vor einem Jahre den Krieg für die natürlichste Art der Völker hielten, ihre Beziehungen zueinander ins Reine zu bringen, haben gelernt, dass der Krieg ein Verbrechen ist. 
    12       Flüchtlinge, dee noch vor Monaten höhnisch abwinkten, wenn sie etwas von den Rechten des Volkes hörten, wissen nunmehr, dass sie ihr Geschick in eigene Hände nehmen müssen. Und Burschen und Mädchen, die durch die Hitlerjugend gegangen sind, suchen heute nach neuen Idealen. Wir wollen nicht schönmalen. Alles was hier geschildert wird, sind Ansätze, schüchterne Ansätze obendrein. Als Fremder iund Aussenstehender merkt man wahrscheinlich nicht viel davon. Vor allem nicht, weil man leicht übersieht, wie wenig Lagerordnung und Stacheldraht zu Begeisterungsausbrüchen reizen. 
    13      Nein. Schönmalen wollen wir nicht. Wir wollen nur sagen, dass unser Volk soeben dabei ist, zu lernen. 
          Dabei muss man der Wahrheit die Ehre geben und einräumen, dass es nicht nur die Gutwilligen sind, die sich diesem möglichen Tun hingeben. Auch Bösvillige sind dabei, zu lernen, dass es gegenwärtig vorteilhaft sein dürfte, sich "demokratisch" zu tarnen. 
    14       Aber nur unbesorgt. Auch die deutschen Republikaner und Freiheitsfreunde haben inzwischen gelernt. Keiner, der es nicht ehrlich meint, wird ihnen lange durch die Finger schlüpfen. 
    Hat sich der Nazi auch getarnt.
    Die Liebesmüh' ist für die Katz.
    Ganz Deutschland ist vor ihm gewarnt.
    In diesem Sinne Jochen Spatz. 
    15 "Mephistos der Reaktion"
           Jeder Schwerkranke macht vor seiner Genesung eine Reaktion durch. So est es auch heute mit dem deutschen Volk. Es war und ist wohl noch heute krank und manche seiner Behandlungen ist wohl darauf zurückzuführen. Aber das meine ich nicht, ich meine jene dunklen Kräfte, die jetzt, nachdem auch sie eine so furchtbare Niederlage erlitten haben, sich allmählich sammeln; jene Mephistos, die immer am Werk waren, wenn das deutsche Volk sich auf sich selbst besann, um sich von diesen dunklen Kräften freizumachen, die sie gehindert haben, ihre Kräfte und Fähigkeiten frei zu entfalten. 
    16 So war es bei der Bauernerhebung des Mittelalters, so war es in der Zeit 1848 bis 1914, so war es 1918 und so ist es auch heute. Leute wie Studienräte, Ärzte, Krankenschwestern, ja sogar Geistliche, die früher das Parteiabzeichen der NSDAP, mit Stolz trugen, betätigen sich jetzt als Vortragende in allen möglichen Zirkeln, teils unter sich, teils auch öffentlich in den einzelnen Lagern. Ich weiss, dass ich jetzt in ein Wespennest gegriffen habe, aber "das Wort ist frei" und niemand braucht sich persönlich beleidigt zu fühlen. 
    17       Was soll man dazu sagen, wenn jemand in einem Vortrag behauptet: Alle Bauern erhalten das was sie verloren haben, ersetzt. Das hört sich wunderbar an, aber ist es nicht unverantwortlich, jetzt solche Hoffnungen zu machen. Wer, so frage ich, soll diesen Bauern, Handwerksmeistern und Arbeitern das ersetzen, was sie bedauernswerterweise verloren haben, aus einer Konkursmasse, wo nichts zu ersetzen ist? Aber darum geht es diesen Herren ja garnicht, sie wollen sich nur lieb Kind machen bei den Massen und sich das Vertrauen, das sie verloren habenn, wiedererwerben. Nur so lässt es sich erklären, dass sie gegen eine deutsche Bodenreform sind und beweisen wollen, dass eine derartige Aufteilung des Grund und Bodens den Verhältnissen nicht entspricht. 
    18      Nur so ist es zu verstehen, warum Gerüchte in Umlauf sind von einer bevorstehenden Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten. Hinter diesen Gerüchten stehen die mächtigen Gruppen der Grossgrundbesitzer und Industriellen, die ihr Eigentum wieder zurückhaben wollen, um die Brutherde zu schaffen, die schon des öfteren das deutsche Volk und Grund und Boden gerichtet haben. Die Brutstäaten des jungdeutschen Ordens, des Wehrwolfs und anderer sogenannter vaterländischer Organisationen, die als Vorbereitungsherde für den Nationalsozialismus gegründet wurden. 
    19       Alles was die Welt aufdeckte und noch aufdeckt, ist in den Augen dieser Leute Schwindel, aber die Parolen, die hier verbreitet werden, sind natürlich wahr. Die unglaublichsten Dinge werden verbreitet wie z. B.: Hitler ist garnicht tot, er lebt und hält sich nur verborgen. Der neue Krieg steht noch bevor, die Russen und Polen werden besiegt und wir kommen wieder in unsere Heimat. All die Besitzenden bekommen ihre Grundstücke und Besitztümer.
    20 Es werden von jenen dunklen Kräften sogar aus Deutschland hier in den Lagern Briefe verbreitet, wonach die Amerikaner über Hannover Flugblätter abgeworfen haben sollen, in denen die Amerkianer dem deutschen Volk versprechen, dass sie ihnen in kurzer Zeit gegen die Russen helfen werden, nur aus besonderen Gründen hätten sie bis jetat schweigen müssen, aber bald würden sie das deutsche Volk befreien. Das sind die gleichen Flüsterparolen die das deutsche Volk fast 6 Jahre hindurch immer wieder zu neuen Illusionen führte wie: Geheim Waffen usw. Es fehlt nur noch, dass der freigelassene Fritzsch damit beginnt, wieder allwöchentlich im Rundfunk seine Märchenstunde zu halten.
    21       Kettenbriefe gehen von Hand zu Hand über angeblichen Groll und Terror der Russen und Polen gegen die Deutschen. Briefe, nach deren Inhalt Personen verschwunden sind, die zu den führenden Kreisen der Städte Königsberg, Danzig und Stetting gehörten. Solche Briefe gehen von Hand zu Hand, ohne das nachgeprüft werden kann, von wo sie stammen. Von den Frauen und Werktätigen sowie ihren Kindern steht kein einziges Wort oder ein einziger Name drin. Diese Kettenbriefe dienen doch nur dem Zweck, die nationalen Leidenschaften hochzupeitschen. Diese Kreise bringen mit Absicht die Gegensätze noch mehr zum Ausdruck wie sie schon sind.
    22       Es gibt auch wirklich aufbauwillige Kräfte die gewillt sind, unter den jeweiligen Verhältnissen und Umständen, wie wie sie in Deutschland vorfinden, Aufbauarbeit zu leisten. Es muss aller Werktätigen Aufgabe sein, sich von diesen Kreisen freizumachen, sich freizumachen von aller Untertänigkeit und Demut, die besonders im Osten des Reiches so üblich war und den Leuten klar und offen sagen, was sie wollen und was sie sind, "Mephisto der Reaktion", um das deutsche Volk wieder dahin zu bringen, wo es einmal war. 
    23 Sie müssen sich scharen um die antifaschiscischen Organisationen, die aufrichtig und ehrlich gewillt sind, mit den vorhandenen Kräften den Aufbau Deutschlands durchzuführen. Wer glaubt, dass wir dazu nicht fähig sind, gehe einmal durch unsere Lager und sehe sich die deutschen Menschen an, die unter den zeltlich bedingten Verhältnissen gesund und lebensfähig sind. 
    24       Und jetzt ein anderes Bild der reaktionären Bestrebungen in unseren Lagern. Was soll man dazu sagen, wenn sich heute sogar Rechtsanwälte berufen fühlen, über Ethik in der Religion zu sprechen. Was hat überhaupt Religion mit Politik zu tun. Religion ist eine Herzenssache und soll es auch bleiben. Oder versucht man etwa wieder Religion als Schacherobjekt in der Politik zu verwenden? War es nicht ein Papen, der jetzt vom Nürnberger Gerichtshof freigesprochen worden ist, der die Religion für ein Linsengericht an den schlimmsten Mephisto aller Zeiten verriet, an diesen Volksverführer, der mit seinen gleissenden Reden das ganze deutsche Volk in den Abgrund stürzte und Millionen Mensche, Männer, Frauen und Kinder dabei zugrunde gingen und Millionen Menschen krank und siech an Leib und Seel sind? 
    25  Soll die Kirche wieder benutzt werden als Mittel zum Zweck für solche reaktionären Bestrebungen, wie in der Vergangenheit? Was soll man dazu sagen, wenn ein Geistlicher am Grabe eines Flüchtlings erklärt: "Wir können stolz sein auf die Opfer die wir gebracht haben". Auf was können wir eigentlich stolz sein? Auf die Trümmerhaufen, die die Reaktion uns hinterlassen hat, auf die unersetztlichen Kulturstätten, die zerstört wirden sind? Religion soll man denen überlassen, die dazu berufen sind und die Berufenen sollen sich nicht um Politik bekümmern, von der sie nichts verstehen oder offensichtlich die Religion als Mittel zum Zweck benutzen. 
    26  Man hört jetzt so oft die Frage, ja was sollen wir machen? Jeder redet für sich das Beste. Wir müssen uns auf den Standpunkt stellen, dass man nicht jeden nach den Reden beurteilen soll, sondern nach den Taten. Man soll es denen glauben, die es durch die Tat bewiesen haben, ihrer Überzeugung treu geblieben sind, dafür gelitten und gekämpft haben. Man soll nicht jenen Leuten Glauben schenken, die erst Monarchisten, dann Demokraten, unter Hitler Nazis waren und jetzt sich als Antifaschisten ausgeben. 
    27  Hinter diesen Leuten stehen ihre Auftraggeber aller Schattierungen, stehen die Mephistos der Reaktion, die Grossgrundbesitzer und Industriebarone, das Grosskapital zum Nutzen ihrer selbst und zum Schaden des ganzen deutschen Volkes. 
    28         Möge sich jeder Werktätige, ob Kleinbauer, Kleingewerbetreibender, Handwerker oder Arbeiter dessen bewusst sein. Wir stehen am Scheideweg. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Noch einmal haben wir eine Chance, jetzt oder nie. Ob wir einem Aufstieg oder einem Untergang entgegengehen, ob wir als deutsches Volk in der Völkergemeinschaft aufgenommen werden, oder ob wir als ganzes Volk untergehen. Dem Sozialilsmus gehört die Zukunst, ob so oder so. Die Reaktion ist am Werke, jeden Fortschritt und jede Verständigung zu untergraben. 
    Wir müssen uns entscheiden.
    "Hic Rhodos, hic salta".
    Wilhelm Lischnewski,
    Danzig -- Lager Klövermarken. 
    29  Brief aus Kolding
          Hiermit drängt es mich, Ihnen in unser aller Namen Dank zu sagen für die "Deutschen Nachrichten", die wir nun rund 11 Monate lang kostenfrei erhalten. 
    30         Was ist uns allen die Zeitung geworden? Zwar schimpft oder "meckert" mal der eine oder der andere Flüchtling über diesen oder jenen Artikel, über den er selbst anders denkt, aber sonst wird in jeder Woche schon mit Spannung die neue Nummer erwartet. Es ist ja doch diese Zeitung fast die einzige Nachrichtenvermittlerin der grossen Ereignisse in Deutschland, unserm Gastland Dänemark und der ganzen Welt; denn der andere Neuigkeitenüberbringer, der Rundfunkapparat, ist doch in den meisten Zimmern oder Fällen nicht vorhanden. 
    31  Hier in der Zeitung sehen wir die genauen Zahlen der Wahleergebnisse, hier lesen wir die verschiedenen Meinungen über ein Thema in Freiheit geschrieben (wie wir Deutschen es doch alle lieben) und hier erfahren wir mehr und mehr, wann sich der Weg für uns in die Freiheit unseres Deutschlands eröffnen wird. 
    32        Die Vielseitigkeit der "Deutschen Nachrichten" bringt jedem etwas oder vieles Lesenswertes.
            Wir benutzen das Blatt gern im Schulunterricht als moderne Lektüre und als Hilfsmittel in der demokratischen Erziehung der Jugend. Dank dem Verständnis und Entgegenkommen unserer Lagerleitung erhalten immer je 10 Jungen eine Nummer. Das ist gerade eine Jungengemeinschaft unserer Berliner Schule die einen Raum oder ein selbstgebautes Holzhaus bewohnt. 
    33         Wir haben mit Freude festgestellt, dass von unserm Theaterstück für alle Flüchtlinge "Wir Goldgräber" in Nr. 30 (Untere Seite) Bild und Begleitschreiben abgedruckt waren. 
             Am 17. September d. J. sandten wir Ihnen Zeichnungen und Begleitschreiben vom Zirkusspirl, das wir beim grossen Sommerfest hier im Lager durchführten. Wir bitten recht sehr um baldige Nachricht, ob für diese Sache Verwendung ist. Die Jungen, die bei mir ohne ihre Angehörigen sind, warten sehnlichst darauf.
    Beste Grüsse
    Erwin Elsholz,
    Leiter der Berliner Schule.
    34  Liebe Berliner Schule,
    im Laufe der Zeit kommen alle eingesandten Bilder an die Reihe. Nur etwas Geduld. Es freut uns sehr, dass Euch die Zeitung gefällt.
    Die Schriftleitung.
    35  "Vereinigte Staaten von Europa"
           Durch den schweizerischen Blätterwald wehte vor einigen Wochen ein leichter, frischer Wind, der den am politischen Himmel aufsteigenden Nebel zu zerreissen scheint. Es wurde von einem Kongress der Europa-Union berichtet, die zu bilden sich Männer aus verschiedenen Ländern Europas als Ziel ernsthafter Besprechungen gesetzt haben. 
    36       In Wertenstein, am Vierwaldstätter-See, fand dieser Kongress statt. Die Beratungen gipfelten darin, die Europa-Union, d. h. die Vereinigten Staaten von Europa, nach dem Vorbild der Schweiz mit ihrem Viersprachengebiet zu formen. Wie in der Schweiz Volksstämme mit ihren in sich verschiedenen Eigenarten und Sprachen friedlich zusammenleben, und einen Staat im wahrsten demokratischen Sinne bilden, so soll ein neues, friedfertiges Europa aufgebaut werden, das berufen ist, die Völker unseres Erdteils zu einer einigen Gemeinschaftsarbejt zusammenzuführen. Der Völkerhaus, der immer wieder geschürt wurde, der Volk gegen Volk hetzte und der schliesslich die Ursache zu den kriegerischen Auseinandersetzungen war, soll ein für alle mal beseitigt werden. 
    37         Eine öffentliche Kundgebung, die von einem grossen Teil des Schweizer Volkes aus allen Schichten und von vielen in der Schweiz um diese Jahreszeit sich zur Erholung aufhaltenden Ausländern besucht war, wurde auf dem "Rütli", am Vierwaldstätter See abgehalten, also an der historischen, auch von unserem Dichter Friedrich von Schiller in seinem "Wilhelm Tell" besungene Weihestätte, an welcher vor Jahrhunderten der Grundstein zur Schweizerischen Eidgenossenschaft gelegt worden ist. In einer Feierstunde wurde dort in den Herzen der Anwesenden der Gedanke der Versöhnlichkeit und Einigung mit stürmischer Begeisterung geweckt, der weiter getragen werden soll in die Herzen aller Völker Europas. 
    38         Der Grundgedanke ist, eine Bewegung zu erschaffen, die sich von Volk zu Volk fortpflanzt und deren Weg von unten nach oben führt. Wenn erst die Volksmassen der einzelnen europäischen Länder von dieser Bewegung ergriffen sind, werden sich -- so folgert man -- auch die führenden Männer von Politik und Wirtschaft derselben nicht verschliessen können, ja sie werden von ihrem ungestümen Strom mitgerissen werden. 
    39        Es kann wohl als gutes Vorzeichen für das Gelingen gedeutet werden, dass die Bewegung von einem Land ihren Ausgang nimmt, daas zu allen Zeiten, besonders aber während der letzten grausamen Weltkrige einen hohen Klang der Humanität in der ganzen Welt hatte und das, obwohl in hohem Masse selbst Zuschussgebiet, jetzt nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wahre Samariterdienste für die notleidende Menschheit leistet. Zudem geht der Schweiz, dank ihrer traditionellen Neutralität der Ruf voller Unparteilichkeit voraus. 
    40        Bei diesen Nachrichten werden wir versucht, die Frage uns vorzulegen: Will man auch Deutschland als vollwertiges Mitglied in diese Europa-Union aufnehmen? In den vorliegenden Berichten ist nichts davon gesagt, ob Deutschland bei dem Kongress in Wartenstein zugegen bezw. eingeladen war, es wird darin nur bedauert, dass den gemeldeten Delegierten von Österreich und Ungarn im letzten Augenblick die Einreisegenehmigung in die Schweiz nicht erteilt wurde. Eine offizielle Vertretung Deutschlands konnte wohl deshalb nicht an diesem Kongress teilnehmen, weil eine anerkannte Regierung in Deutschland noch nicht besteht. 
    41        Wir wissen, die Welt sehnt sich allenthalben nach einem wirklichen dauerhaften Frieden, sie will endlich Taten sehen und so wird man bei den Friedenskonferenzen bald auch sehr ernsthaft an die endgültige Lösung des Friedensproblem mit Deutschland herangehen müssen; vielleicht ist man schon gezwungen, dabei den Bestrebungen, die auf Bildung der Europa-Union hinzielen, in weiser Planung auf weite Sicht Rechnung zu tragen. 
    42        Kann nun Deutschland von dieser Vereinigung der europäischen Staaten ausgeschlossen oder innerhalb derselben zur dauernden Armut systematisch herabgedrückt werden? Diese Fragen sind glatt zu verneinen. 
    43        Die politische Seite können wir bei näherer Beleuchtung dieser Fragen unberührt lassen. Wir wollen uns nur von rein wirtschaftlichen Gedankgengängen leiten lassen.
            Europa ist zum grössten Teil auf industrielle Betätigung eingestellt. Bei der fortschreitenden Technik ist die Industrueerzeugung auf Massenverbrauchsgüter übergegangen, die ihre Absatzmärkte beanspruchen, wenn nicht ganz erhebliche Schwierigkeiten für die Industrie einzelner Länder eintreten sollen. Auch Deutschland hat sich als hochindustrialisiertes Land in diesen Wirtschaftsprozess mit einer beachtenswerten Vielfältigkeit von Erzeugungszweigen eingeschaltet, wobei es allerdings den Bedarf seiner auf hohen Lebensstandard stehenden Bevölkeerung aus den eigenen Erzeugungsquellen weitgehendst selbst deckt. 
    44   Dennoch stand Deutschland als Bedarfsgebiet mit vielen anderen Ländern in sehr regen Wirtschaftsbeziehungen. Dafür liefern uns die Aussenhandelsbilanzen der Jahre 1913 bis 1929 ein aufschlussreiches Anschauungsmaterial, betrug doch im Jahre 1913 die Einfuhr rund 11 Milliarden Mark. Wenn man bedenkt, dass bei diesen Wertziffern der grösste Prozentsatz in Rohstoffen und Halbfabrikaten und ein weiterer grösserer Teil in Nahrungsmitteln bestand, und wenn man weiter feststellen kann, dass an dieser deutschen Einfuhr die europäischen Länder beteiligt waren, so wird man ermessem können, dass die Welt, im engeren Sinne Europa, Deutschland das Glied des Gesamtwirtschaftskörpers nicht abscheiden kann. 
    45        Es ist zu erwähnen, dass den oben angeführten Einfuhrziffern Deutschlands Ausfuhrziffern in ungefähr gleicher Höhe gegenüberstanden. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass in diesen Wertziffern der qualitativ hochwertigen Ausfuhrgüter ein hoher Prozentsatz deutschen Arbeitslohns, entsprechende Allgemeinkosten, wie Gehälter, Steuern, Werbungskosten etc. und auch der normale Unernehmergewinn eingeschlossen waren, sodass folgeerichtig von der eingeführten Summe an Rohstoffen und Halbfabrikaten etc. der grösste Teil in Deutschland verblieb. 
    46         Wir wollen uns bei dieser Betrachtung nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der deutschen Ausfuhr in manchen Ländern Widerstände entgegenstellten. Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg hat sich sogar ein hoher Würdenträger eines Landes geäussert: Nun wird Deutschland als Konkurrent auf dem Weltmarkt ein für allemal ausgeschaltet sein. 
    47        Das ist als wirtschaftlicher Nonsens zu bezeichnen, denn solche Auffassungen verstossen merkwürdigerweise gegen das einfache Naturgesetz, dass die Völker von Gott geschaffen sind, um im wechselseitigen Austausch ihrer Geistesgaben und Fähigkeiten in erzeugender Arbeit zu verwerten. 
    48  Was würde eintreten, wenn Staatsmänner der Siegerstaaten dieses Naturgesetz einfach ignorieren wollten, indem sie Massnahmen ergreifen, die Deutschlands Industrie vernichten, deutsche Patente zu Hunderttausenden, die Milliardenbeträge der Auswertung repräsentieren, der deutschen Industreie kurzerhand entreissen, um sie in ihren Ländern gewinnbringend auszubeuten? 
    49  Die deutsche Arbeiterschaft würde in ihrer Mehrheit der Arbeitslosigkeit und damit dem grauen Elend verfallen oder Millionen deutscher Arbeiter, Techniker und Kaufleute müssten auswandern, in erster Linie wohl nach überseeischen Rohstoffländern mit dem Ziele, dort an der Errichtung neuer Verbrachs- und Produktionsgüter -- Industrien, zum Schaden Europas, mitzuwirken.
    50  Dadurch würde nämlich Deutschland als Einfuhrgebiet für Rohstoffe und Halbfabrikate aus Europa fast völlig verschwinden müssen und es würde zu einem ständigen Unruheherd im Herzen Europas werden, der bei geringsten wirtschaftlichen Depressionserscheinungen in anderen Ländern für diese eine nicht zu unterschätzende Ansteckungsgefahr bilden müsste. 
    51  Die Widersprüche, die das unterm Hitler-Regime begonnene Streben nach einer Wirtschaftsautarkie in Deutschland bei verschiedenen europäischen Ländern, in denen wir als Handelspartner an erster Stelle standen, damals auslöste, sind noch in Erinnerung und sie allein liefern schon den untrügerischen Beweis dafür, wie gross der Irrtum wäre, wollte man Deutschland als industriellen Staat innerhalb Europas einfach ausschalten. 
    52       Aus diesen Überlegungen erhellt ohne weiteres, dass Deutschland mit seiner 60 Millionen-Bevölkerung dem Wirtschaftsgefüge einer Europa-Union als wertvolle Stütze erhalten bleiben muss. Auf Grund seiner individuellen Wirtschaftsgliederung mit einer Vielzahl von grösseren, mittleren und kleinen Betrieben besass das deutsche Volk einen hohen Lebensstandard in allen seinen Schichten und es trat demzufolge als Bedarfsträger von Verbrauchsgütern ganz bewusst stark in Erscheinung. 
    53  Auf diesen Bedarfsträger wird ein zu einer Einheit geformtes europäisches Wirtschaftsgebilde nie verzichten können. In gleicher Weise wäre es vermessen, das deutsche Volk zu einem Volk zweiter oder dritter Klasse herabdrücken zu wollen. Deutschland hat stets in hohem Masse zur europäischen Kultur beigetragen, ja es war in vielen Ginden führend. Man wird auch weiterhin in einer europäischen Staatengemeinschaft sein Kulturschaffen nicht entbehren können. 
    54       Erfreulicherweise mehren sich die Stimmen, welche zu erkennen geben, dass bei der Fassung der Potsdamer Beschlüsse bedauerliche Irrtümer hinsichtliche der Behandlung Deutschlands unterlaufen sind. Kein geringerer als Churchill hat in einer in der Universitätsaula in Zürich (Schweiz) gehaltenen, aufsehenerregenden Rede, die wohl kaum zufällig zeitlich mit dem Kongress und der Kundgebung der Europa-Union zusammen fiel, ausgesprochen, dass die Welt einen grenzenlosen Aufschwung erleben werde wenn ein geeinigtes Europa erstehen würde. 
    55  Er hat sich realistisch genug, zu der Erkenntnis durchgerungen, dass unter die Schrecknisse der Vergangenheit, wofür die Schuldigen die verdiente Strafe büssen mussten, ein Schlusstrich gezogen werden müsse. Das Hassgeschrei und die Rachevergeltung müsste in die Zukunft gerichtet werden, für die es gelte, das Zustandekommen einer europäischen Völkerfamilie mit aller Energie in die Wege zu leiten. 
    56  Als ersten Schritt dazu bezeichnet er die Notwendigkeit der Versöhnung Frankreichs und Deutschlands. Beider Länder müssten den geistigen Aufbau übernehmen mit dem Ziel der Errichtung eines föderalistischen Aufbaus der Vereinigten Staaten Europas. In der gleichen Linie liegt eine Erklärung des Nürnberger Gerichtshofes, von der in Nr. 361 Seite 2 der "Jyllands-Posten" die Rede ist und wonach dem deutschen Volke in seiner überaus grossen Mehrheit ein juristischer Freispruch erteilt worden ist. 
    57         Solche Äusserungen, die in der Bewegung für die Europa-Union zweifellos ein starkes Echo finden werden, geben dem deutschen Volk neue Hoffnung, aus seiner jetzigen Notlage wieder herauskommen zu können und als gleichberechtiges Glied in der Vereinigung der europäischen Staaten eingereiht zu werden, in der nicht Überheblichkeit oder Herrschsucht einzelner Staaten oder Staatsgruppen andere Staaten und Völker zum Ausbeutungsobjmekt herabdrückt, in welchen vielmehr nach korrekten demokratischen Grundsätzen entschieden und gehandelt wird, mit dem einzigen Ziele, das grosse Ganze nur zum Wohle aller europäischen Völker zu gestalten. 
    58        Wenn die Bewegung für die Europa-Union energisch im Sinne dieser Eerkenntnisse wirkt, so hat das deutsche Volk allen Grund, ihr mit Vertrau9en zu begegnen und ihren Bestrebungen grösste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dann wird auch das deutsche Volk aus allen seinen Schichten freudig seinen Teil an diesem gemeinsamen europäischen Aufbauwerk beitragen im Range der Gleichberechtigung und in der Achtung gegenüber allen Völkern Europas. 
    59      So wird schliesslich auch hier das Bibelwort zur Wahrheit, dass Gott aus Bösen Gutes schafft. 
    Walter Rossberg,
    Silkeborg-Bad. 
    60  Über das Soldatentum
    Sehr geehrter Herr Jochen Spatz!
             Zu dem in Ihrer letzten Nummer geschriebenen Artikel über das "Soldatentum" möchte ich kurz einmal Stellung nehmen: (46-39#11). 
    Om at være soldat
    Meget ærede hr Jochen Spatz!
            Til den artikel, som De i sidste nummer skrev "om at være soldat" vil jeg gerne kort tage stilling: 
    61        Ich war selbst Soldat und wurde als Offizier nicht für geeignet befunden, weil ich zu Widersprüchen neigte und eine pazifistische Einstellung hatte. Mir war nämlich das Elend bekannt, das jeder Krieg verursachte. Ich denke nur an die armen Verwundeten. Wenn man heute versucht, die jungen Soldaten darauf aufmerksam zu machen, dass wir den 2. Krieg verloren haben und diesmal total, so hat das seinen Grund, denn die Wenigsten sehen diese Niederlage ein. Ich erinnere nur an das Leben, das die ehemaligen Offiziere der Dienstgruppe Dänemark führten.           Jeg har selv været soldat og blev fundet uegnet til at være officer, fordi jeg havde en tilbøjelighed til modsigelse og en pacifistisk indstilling. Jeg vidste nemlig, hvilken elendighed enhver krig fremkalder. Jeg kan bare tænke på de stakkels sårede. Når man i dag forsøger at gøre de unge soldater opmærksom, at vi har tabt krig nummer to og det helt og holdent, så er det med god grund, for de færreste indser nederlaget. Jeg behøver blot at tænke på det liv, som de tidligere officerer førte i "Tjenestegruppe Danmark". (reaktion: 46-48#11
    62  Die Sonderstellung, die den deutschen Soldaten im Leben des Volkes eingeräumt worden war und zur Arroganz führte, ist noch nicht wieder ausgelöscht. Dann ist der deutsche Militarismus nicht mit dem Soldatentum der anderen Nationen zu vergleichen. Die haben zwar auch einen harten Drill, aber nicht derart, dass man dem Soldaten, soweit er nicht Offizier ist, die Rechte nimmt, Mensch zu sein. Derjenige, der seine Kameraden drückt, wird befördert, und der dann seine Untergebenen am meisten schindet, kommt voran, gleich ob er schreiben kann oder nicht.  Den særstilling, der blev indrømmet soldaten i folkets liv, og som førte til arrogance, er stadig ikke helt forsvundet. Så kan man sammenligne den tyske militarisme med andre nationers soldatervæsen. De har ganske vist en hård eksercits, men ikke af den slags, at man fratager soldaten retten til at være menneske, hvis han da ikke er officer. Den, der trykker sine kammerater ned, bliver forfremmet, og den, der så skælder mest ud på sine undergivne, kommer foran, ligegyldig om han kan skrive eller ej. 
    63  Menschlich gesinnten Unterführern wird die Eignung abgesprochen. Dann durfte kein Widerspruch herrschen, gleich, ob berechtigt oder nicht. Schwarz war eben schwarz und wenn es weiss war. Viele deutsche, brave Jungen mussten auf den Kasernenhöfen ihre Gesundheit oder gar ihr Leben einbüssen, weil sie einem Menschenschinder in die Hand gefallen waren. Ja, deutsche Mütter, ihr wisst oft nicht, warum Euer Sohn eines Tages in der Garnison starb. --  Menneskeligt indstillede sergenter bliver erklæret uegnede. Her skulle der ikke herske nogen modsigelser, ligegyldigt, om den var berettiget eller ej. Sort var nemlig sort, også når det var hvidt. Mange tyske, brave drenge måtte i kasernegårdene bøde med deres sundhed eller endog med deres liv, fordi de var faldet i hænderne på én, der foragtede menneskene. Ja, tyske mødre, I véd mange gange ikke, hvorfor jeres søn en skønne dag døde i garnisonen. 
    64  Dann die Sanitätsoffiziere. Der wurde Stabsarzt, der am meisten gesundschrieb ohne Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Einzelnen. Vor allem wurde in dem letzten Krieg ja verlangt, dass sie keine Rücksicht bei der Kv.-Schreibung auf ihr ärztliches Gewissen zu nehmen haben. Diese Herrn mucksten nicht und führten diesen verbrecherischen Befehl aus. Da waren Menschen zu Kanonenfutter geworden. -- Så sanitetsofficererne. Den blev stabslæge, som udskrev de fleste som sunde uden hensyn til den enkeltes sundhedstilstand. Fremfor alt blev der jo i den sidste krig forlangt, at de ikke skulle tage hensyn til deres lægelige samvittighed, når de skrive "ubrugelig til fremtidig tjeneste" (n64). Disse herrer mukkede ikke og udførte denne forbryderiske befaling. Så var mennesker blevet til kanonføde. -- (reaktion: 46-47#15
    65   Da der Begriff der Heimatverteidigung. Diese Phrase benutzte Goebbels, als unsere Gegner an den Grenzen standen und es dem Ende zuging. Vorher kämpften sie für die europäische Völkergemeinschaft, Kultur und nationalsozialistische Weltanschauung. Der deutsche Soldat hat niemals seine Heimat verteidigen brauchen, weil wir niemals angegriffen worden sind. Erst als die Fronten zusammenstürzten jenseits der Grenzen, konnte man vielleicht noch von einer Heimatverteidigung sprechen.  Så til begrebet hjemstavnsforsvar. Denne frase benyttede Goebbels, da vore modstandere stod ved grænserne og det lakkede mod enden. Tidligere kæmpede de for det europæiske folkefællesskab, den europæiske kultur og den nationalsocialistiske verdensanskuelse. Den tyske soldat har aldrig haft nødig at forsvare sin hjemstavn, for vi er aldrig blevet angrebet. Først da fronterne brød sammen på den anden side af grænserne, kunne man måske tale om at forsvare hjemstavnen. 
    66  Durch die ungeheure Tapferkeit und den zähen Widerstand, den unsere Soldaten in den letzten Jahren leisteten, erreichten sie, dass der Krieg verlängert wurde und die Heimat völlig zerstört. Man konnte sich doch seit 1943 an allen Fingern abzählen, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, und das Aushalten nur eine Lebensverlängerung der nazistischen Elemente war. -- Gennem den uhyre tapperhed og den seje modstand, som vore soldater ydede i de sidste år, opnåede de, at krigen blev forlænger og hjemstavnen ødelagt i bund og grund. Man kunne dog fra 1943 meget nemt regne ud, at krigen ikke mere stod til at vinde, og at det at holde ud kun var en livsforlængelse for de nazistiske elementer. -- 
    67   Wenn sich heute die Offiziere beim Wiederaufbau eifrig beteiligen, so haben sie allen Grund dazu, denn sie haben einen grossen Teil Schuld an unserer jetzigen Lage. Sie forderten und zwangen die Soldaten mit der Pistole, standzuhalten, obwohl sie selbst wussten, dass alles verloren war. Sie sorgten nicht nur für die Zerstörung der Heimat, sondern trieben auch 100.000de noch für eine verlorene Sache in den Tod und raubten vielen anderen ihre Gesundheit oder ihre heilen Glieder. So steht es mit dem deutschen Soldatentum. -- Når officererne i dag ivrigt deltager i genopbygningen, så har de al mulig grund til det, for de har for en stor del skylden for vores nuværende situation. De krævede og tvang soldaterne med deres pistoler til at holde stand, selv om de selv vidste, at alt var tabt. De sørgede ikke blot for ødelæggelsen af hjemstavnen, men drev yderligere hundrede tusinder ind i døden for en tabt sag og røvede mange andres sundhed eller deres hele lemmer. Sådan står det til med det tyske soldatervæsen. -- 
    68  Hier sieht man deutlich, wohin diese Eigenschaften führen: Gehorsam, Aufopferung und Eidhalten bis zum letzten Augenblick. Der Kampf der deutschen Soldaten war nach 1942 ein Verbrechen gegen sich selbst, ihre Familie und Volk. Schuld, Verantwortung tragen die Offiziere, die die Lage kannten und nicht den Mut hatten, Hitler und seine Stäbe zu stürzen, und die Wehrmacht von ihrem Eid zu entbinden. Diese Herren grauten sich vor dem Kriegsende. Im Krieg lebten sie herrlich und in Freuden, soffen und hatten fragwürdige Frauenzimmer bei sich. Nach dem Krieg hätten sie wieder arbeiten müssen.  Her ser man tydeligt, hvad disse egenskaber: lydighed, opofrelse og overholdelse af sin ed til sidste øjeblik førte til. De tyske soldaters kamp var efter 1942 en forbrydelse mod dem selv, mod deres familie og mod deres folk. Skyld, ansvar bærer de officerer, der kendte situationen og ikke havde mod til at styrte Hitler og hans stabe og løse værnemagten fra dens ed. Disse herrer gruede for afslutningen på krigen. I krigen levede de herligt og i glæde, drak og havde tvivlsomme fruentimmere hos sig. Efter krigen måtte de igen arbejde. 
    69  Ausserdem warf ihnen Hitler Sterne und Auszeichnungen zu für ihre "Heldentaten". Wenn sich Landser von ihrer Truppe entfernten, um ihrer Familie oder Bekannten auf der Flucht zu helfen oder versprengt wurden, hängte man sie einfach auf. Ja, selbst nach dem 20. Juli 1944 stellten sie sich auf die politische Rednertribüne und verfluchten Witzleben und seine Mitkämpfer als ehrlose Verbrecher. Sie selbst aber führten ein Volk mit Bewusstsein in den Tod. -- Desuden tilkastede Hitler dem stjerner og udmærkelser for deres "heltegerninger". Når infanterister flygtede fra deres gruppe for at hjælpe deres familie eller deres bekendte på flugt eller når de foer vild fra gruppen, hængte man den simpelthen. Ja, selv efter den 20. juli 1944 stillede de sig op på den politiske talerstol og forbandede Witzleben (n69) og hans medkæmpere som æreløse forbrydere. Men selv førte de med fuldt overlæg et folk ind i døden. -- 
    70    Alle diese Vorkommnisse beweisen doch, dass sich das deutsche Soldatentum nicht mit dem der anderen Nationen auf eine gleiche Stufe stellen kann. Sie kannten nur Gehorsam nach oben, aber waren zu feige und darauf kommt es schliesslich an, ihre eigenen Anschauungen und ihr eigenes Wollen durchzusetzen. Hätten sie es getan, brauchte das deutsche Volk heute nicht zu frieren, zu hungern und zu sterben.
    Franz Specht,
    Flüchtlingskrankenhaus, Annebergvej, 
    Aalborg. 
    Alle disse tildragelser beviser dog, at det tyske soldatervæsen ikke kan stilles på samme trin som andre nationers soldatervæsen. De kendte kun lydighed fra oven, men var for feje til at sætte deres egne anskuelser og deres egen vilje igennem, og det kom det til syvende og sidst an på. Havde de gjort det, behøvede det tyske folk ikke at fryse, sulte og dø i dag.
    Franz Specht,
    Flygtningesygehuset, Annebergvej,
    Aalborg. 
    71  Ist Margarine minderwertig?
          In den Deutschen Nachrichten Nr. 32 vom 26. August steht unter einem Fabrikationsbild: In Dänemark läuft die Margarine-Erzeugung an". --
          Wir Grosstädter haben uns ja mit der Margarine als Volksnahrungsmittel abgefunden und sind mit der jetzigen Zuteilung von 20. gr. frischgenkirnter Margarine zufrieden. 
    72        Es gibt hier nun viele Landfrauen, die die Antipathie gegen Margarine gegenüber dem bisherigen regelmässigen Genuss von Naturbutter noch nicht überwinden. Ich soll nun, gestützt auf meine Kenntnisse in der Margarine- und Kunstspeisefett-Erzeugung, hier den Landwirtsfrauen, die einer Vereinigung der Landwirte angehören, einen Vortrag über Margarine halten. Ich bitte Sie, werter Herr, wenn möglich um Angabe der prozentualen Bestandteile von der Margarine, die in Dänemark für uns Flüchtlinge hergestellt wird, also die vegetabilischen und die animalischen Öle und Fette in- und ausländischen Ursprungs und ferner besonders, ob für die Herstellung Trockenmilchpulver oder Frischmilch, Voll- und Magermilch in angesäuertem Zustand zur Butteraromaerzeugung in der Margarine verwandt wird. --
    73  Es ist mir bekannt, dass Dänemark neben Deutschland vor dem Kriege durch eine Spitzenleistung im Herstellungsverfahren einer erstklassigen Magarinesorte massgebend war. --
          Für die Antwort danke ich Ihnen im Voraus.
    Mit bestem Gruss
    Emil Lichtenecker. 
    74  N. B. Ich bin von 1898 bis 1932 nahezu 35 Jahre als Betriebsbeamter mit den verschiedensten Fabrikationsmethoden in der Herstellung von Margarine und sämtliche Speisefetten, Kunstspeisefetten vertraut geworden. 
          Nach dem im Jahre 1896 aufkommenden Margarinegesetz in Deutschland war die Zusammensetzung der Margarine folgende:
         80% reine Fetteile -- vegetab. u. animal. Öle und Fette. 
          4% Salz, Kasein, Lecitin, Milchzuckerteile.
         16% Wasser. 
    E. Lichtenecker. Flüchtlingslader 6303.
    75  Margarine
          Auf Grund von Vorstellungen bei der Flüchtlingsverwaltung, dass in gewissen Lagern Gerüchte im Umlauf seien, wonach aus dem Umtausch der Butter in Margarine den Flüchtlingen ein direkter Schaden erwachse, ist die Sanitetsafdeling um Stellungnahme ersucht worden.
           Die Antwort der Sanitetsafdeling lautet wir folgt:
    76     Margarine besteht entweder aus erhärteten Walfisch- oder Pflanzenfettstoffen -- bezw. aus animalischer oder vegetabiler Margarine. Diese beiden Produkte sind völlig vitaminfrei, wodurch sie sich von der Butter unterscheiden. Man setzt deshalb die Vitamine A und D zu, sodass ihr Vitamingehalt auf gleicher Höhe mit dem der Butter kommt. 
    77       Nach dänischem Gesetz -- Nr. 143 v. 7.5.1937 -- soll alle Margarine, die in Dänemark gehandelt wird, 14-18 internationale A- und 0,1-1 internationale D-Vitamineinheiten pro Gramm enthalten. 
            Der einzige Unterschied zwischen Butter und dänischer Margarine in ernährungsmässiger Hinsicht besteht daher im Geschmack. Der Fettgehalt -- und dementsprechend der Kalorienwert -- und der Vitamingehalt sind als ein und dasselbe zu betrachten. 
    78       Margarine hat sogar den Vorteil vor der Butter, dass ihr Vitamingehalt sich das ganze Jahr hindurch gleich hält, während der Vitamingehalt der Butter gewöhnlich im Winterhalbjahr weit niedriger ist als im Sommerhalbjahr. 
    Anmerkungen Noter
    n64  Jeg gætter på, at det er det, der menes. Se også 46-47#21
    n69:  Von Witzleben war von den Teilnehmern der Putsch gegen Hitler 20. Juli 1944 dazu ausgesehen den Oberbefehl der sämtlichen Wehrmach zu übernehmen. Er wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet am 8. August 1944.  n69: Von Witzleben var af deltagerne i kuppet mod Hitler den 20. juli 1944 udset til at blive øverstbefalende for hele værnemagten. Han blev dømt til døden og henrettet den 8. august 1944.