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Deutsche Nachrichten 1947 Nr 7

 vom 17. Februar 1947

Deutsche Nachrichten 1947 nr 7

 fra 17. februar 1947.

 
  • Beide Schwerter af Leonhard Wermuth: #1.
  • Friedliche Arbeit af M. Holzke, Oksböl. #19.
  • An unsere Mitarbeiter af Die Redaktion #22.
  • Pakete aus Amerika af Fr. K. Petereit, Aalborg Ost III: #25. Svar: #28.
  • Das Suchen nach dem richtigen Wege: Ein Beitrag zur Jugenddebatte af ??: #29.
  • Zuzugsgenehmigungen af Buchardi, Oksbøl. #39. Svar: #43.

  • Wo bleibt die Gerechtigkeit? af Margarete Riedelsberger. Lager Oksbøl Bez. III St. 2-12: #45. Svar: #51
  • Begge sværd
  • Fredeligt arbejde
  • Til vore medarbejdere
  • At søge den rette vej, et bidrag til ungdomsdebatten
  • Tilflytningstilladelser

  • Hvad med retfærdigheden?
     1 Beide Schwerter
    Af Leonhard Wermuth
          Verfolgt man die Fährte der modernen Demokratie zurück durch die Geschichte, so stösst man einmal auch auf ihre Entstehungsursache: Das Problem der Gewaltenteilung. Durch ein halbes Jahrtausend tobt im Mittelalter zwischen Kaisern und Päpsten der Kampf um die politische und kirchliche Universalherrschaft. Erhebt der Kaiser Anspruch auf die Schirmherrschaft über die Kirche, so erklärt diese wieder die Kaiserwürde als päpstliches Lehen; hinter der gegenseitigen Machtbeschränkung jedoch steht immer als Ziel die Vereinigung geistlicher und weltlicher Gewalt in einer Hand.
    3  Tatsächlich war seit Karl d. Gr. Tode die Kirche alleinige Trägerin und Ausüberin christlicher Erziehung und Kultur, während das Kaisertum der Kirche zwar politischen, nicht aber geistigen Schutz zu bieten vermochte. Zweifellos aus dem Bewisstsein dieser Tatsache heraus entwickelte sich dann die aufs Ganze gehende Politik der Päpste Nicolaus I., Gregor VII., Innozenz III. und Bonifazius VIII., mit dessen 1302 erlassenen berühmten Bulle "unam sanctam" der kirchliche Universalanspruch offiziel begründet und endgültig festgehalten werden sollte. 
    4  Bonifazius beriet sich darin ausdrücklich auf die "beiden Schwerter", -- ein Symbol, das erstmalig um die Mitte des 12. Jahrhunderts in den Reden des Französ. Kreuzzugpredigers Bernhard v. Clairvaux auftaucht. Aus einer Stelle des Evangeliums (Luk 12,38), wonach Petrus auf die Frage, wieviele Schwerter er bei sich führe, antwortete: "Siehe hier sind zwei", und Christus sagte: "Das ist genug" -- schloss Bernhard auf ein den Nachfolgern Petri hinterlassenes Vermächtnis und machte den Päpsten zur Pflicht sich beider Schwerter als eines Sinnbildes geistlicher und weltlicher Gewalt zu versichern und die Weltherrschaft anzutreten. -- 
    5  Nach dem Untergang der Staufenkaiser endeten diese mittelalterlichen Machtkämpfe mit dem vorläufigen Siege des Papsttums, bis auch dessen Herrlichkeit wieder verfiel und es selbst zum politischen Brecheisen des spanischen Imperialismus herabsank. -- 
    6  Die beiden Schwerter aber sind ein treffendes Sinnbild für den geistlichen und weltlichen Obrigskeitsgedanken und es war bedeutungsvoll, welche Abwandlungen diese Idee in der Epoche des aufkommenden Individualismus, der Reformation, durch ihre Hauptezponenten Luther und Calvin erfuhr: 
    7        Luther übergab beide Schwerter den Fürsten. Indem er das Amt des Regierens auf göttliche Anordnung zurückführt, unterwirft er den Untertan der absoluten Gehorsamkeitspflicht gegenüber der Obrigkeit. Auflehnung ist offener Verstoss gegen Gottes Gebot. (Vergl. Artikel: "Luther und die Obrigkeit" in No. 35 der D. N. v. 16.9.46). Missbraucht die Obrigkeit ihre Gewalt, so hat der Untertan doch die christl. Pflicht zu leidendem Gehorsam. Luthers Staatsidee ist also durch und durch reaktionär. 
    8  Gehorcht der Untertan einem Gewalthaber, der sich auf sein "göttliches Recht" beruft, gehorcht er im Hinblick auf sein Seelenheil. Sorge um sein Schicksal im Jenseits, Furcht vor Gottes Strafe, Angst vor Höllenpein treibt ihn zu blindem Gehorsam. Galt dies in der Folgezeit auch als schönste deutsche Tugend, so bedeutet es doch die Vernichtung des Gewissens. 
    9  Jene Behauptung, wonach die Landeskirche das Gewissen des Volkes verkörpere, widerlegt sich selbst: wo kein Gewissen mehr ist, da kan man auch keines vertreten. --
    10  Das patriarchalische Autoritäts- und Pietätsverhältnis, das sich zwangsläufig zwischen Obrigkeit und Untertan, Staat und Volk entwickelte, führte zwangsläufig zu einer unheimliche Versteinerung von Prinzipien, zum jahrhundertelangen Aufdemflecktreten; jede Fortentwicklung scheint unmöglich gemacht. Der Gedanke einer konstitutionellen Selbstregierung des deutschen Volkes konnte daher niemals Raum gewinnen, der leidende Untertanengehorsam lässt die Möglichkeit zur moralischen Umgestaltung des Staates, seiner Politik u. Einrichtungen gar nicht erst zu. 
    11  Indem sie sich selbst zu totalem Stillstand verurteilt, ist Luthers Staatsidee rückschrittlich. Wittenberg wurde Zentrum des erstarrten Autoritätsglaubens, der göttlich geregelten Despotie. Ausganspunkt der modernen Demokratie aber ist Genf! --
    12 Lautet Luthers Staatsprinzip Gewalt und Gehorsem, Herrschen und Dienen, Befehlen und Gehorchen, so heisst Calvins Postulat: Freiheit und Verantwortung! Mittelpunkt seiner Staatsidee ist die Gemeindeautonomie, Grundlage der Verfassung bildet die gemeinsame Verantwortlichkeit. Nicht den Fürsten, sondern dem Volk, der Gemeinde werden die beiden Schwerter anvertraut. Selbst die Geistlichen sind Diener der Gemeinde und werden von ihr gewählt. 
    13 Ausdrücklich predigt Calvin, dass der Obrigkeit nur zu gehorchen sei, solange sie nichts wider Gott gebiete. Regiere die weltliche Gewalt nicht mehr im Geist christlicher Moral, so höre jede Gehorsamskristpflicht auf und der Kampf gegen die Obrigkeit sei geboten. Von Autfhebung der Obrigkeit kann also keine Rede sein, aber sie wird verpflichtet auf das salus publica, das öffentliche Wohl, -- immer unterliegt sie der Kontrolle von unten, sofern sie ihre Vollmacht missbraucht, wird sie sofort von unten her entmachtet. 
    14 Diese auf aktive Gemeinschaftsleistung abzielende Staatsidee ist logisch und konsequent durchdacht, -- sie ist ganz und gar demokratisch! Kirche und Staat wissen sich im Einklang mit den Gewissen des Volkes, und indem der Gemeinde die Sorge für die Gesamtheit der Lebensbedingungen aller vorgeschrieben wird, ist  nicht nur sittlicher Fortschritt, sondern Fortschritt überhaupt gewährleistet. 
    15  Luthers Reformation ist keine vollständige Befreiung des Individuums, denn sofort gerat es in die Zwangsjacke des Gehorsams gegenüber der Obrigkeit; was übrig bleibt ist ausserweltliche, religiöse, metaphysische Freiheit. Indem das Weltliche vom Religiösen getrennt wird, vollzieht sich eine Spaltung des Menschen -- die Kluft zwischen religiöser Verinnerlichung und weltlicher Verässerlichung, d. h. zwischen Privatmoral und Amtsmoral bleibt unüberbrückbar, der lutherische Christ bleibt auf der Flucht vor der Welt. --
    16 Durch die calvin-sche Lehre wird das Individuum vom Joch beider Gewalten befreit. Da beide Schwerter in seiner Hand liegen, braucht der Mensch die Welt nicht zu fliehen, sondern kann sie beeinflussen. Da ein Dualismus zwischen Privatmoral und Staatsmoral nicht existiert, kommt es zu keinem Konflikt des Gewissens; es gibt nur eine, dem Sittengesetz unterworfene Gemeinschaftsmoral, über deren Einhaltung der Gemeindeparlamentarismus wacht. Alles Weltlicht wird ins Christlich-Religiöse hereingezogen, durch methodische Selbstkontrolle zur moralischen Lebensleistung des Einzelnen gemacht. 
    17  Durch Übertragung demokratischer Ansichten von der Kirche auf den Staat machte man es mit der Zeit möglich, den Gewissenszwang aufzuheben, Gedanken- und Redefreiheit einzuführen, politische Toleranz zu üben. -- 
    18 In diesen Gegensätzen finden wir die Ursache für das Versagen der lutherischen Kampfkraft ebenso, wie für die kämpferische Härte, Ausdauer, Sicherheit und Unerschütterlichkeit des Calvinismus, der sich zum aktivsten, lebendigsten, demokratischsten Protestantismus entwickelt hat. Und man begreift vielleicht, warum die calvinisch-reformierten Völker sich den Konflikt zwischen Privatmoral und Staatsmoral nicht vorstellen können und heute dem deutschen Seelen-Dilemma verständnislos gegenüberstehen. 
    19  Friedliche Arbeit
    20        In dem in der Nr. 2 der Deutschen Nachrichten auf Seite 4 veröffentlichten Artikel von Jochen Spatz haben mir die Worte gefallen, die der schwedische Bauer sagte: "Auch Deutschland wird eure Heimstatt werden, auch ihr werdet lernen, dass das Glück eines Volkes nicht aus der Macht, nicht aus dem Militarismus kommt, sondern aus friedlicher Arbeit, in der ihr Deutsche so geschickt und bewandert seid."
    21  Diese Worte erinnern mich an unsere Vergangenheit. Denn viele Deutsche haben in diesem Sinne gelebt. Wir erkennen wohl unsere Schuld an, dass wir uns nicht genug um die politische Lage gekümmert haben. Wir haben uns nicht rechtzeitig vorbereitet und haben deshalb die furchtbaren Qualen des Krieges erleben müssen. Wir bitten nun die Behörden dafür Sorge zu tragen, dass wir wieder in unsere Arbeit eintreten und ein menschliches Leben führen dürfen und dass sich unsere Kinder in der christlichen Lehre, in der Landwirtschaft und in einer gesunden politischen Weltanschauung weiter entwickeln dürfen. 
    M. Holzke, Oksböl. 
    22  An unsere Mitarbeiter
    23       Wir erhalten viele interessante Zuschriften, die wir gerne veröffentlichen würden, wenn sie nicht so lang wären. Es ist schwer möglich, Artikel zu bringen, die eine halbe Seite und mehr füllen. Dadurch kämen ja nur wenige unserer Leser zu Worte. Für die Redaktion ist es auch eine sehr undankbare Arbeit, die Artikel zu kürzen. Die allermeisten Verfasser sind nicht damit einverstanden und glauben, ihre besten Gedanken seien dem Rotstift einer unverständigen Redaktion zum Opfer gefallen. 
    24        Wer 100 Druckzeilen liefert, höchstens aber 150, kann am sichersten darauf rechnen, dass sein Artikel gebracht wird. Grammatikalisch und orthographische Fehler schaden dabei nichts, die können wir hier leicht verbessern. Also, liebe Mitarbeiter, schreibt kurz!
    Die Redaktion. 
    25  Pakete aus Amerika
    26   An die Zeitungs-Redaktion der Deutschen Nachrichten, København -- Frederiksgade 7. 
    27        Verzeihung: Ich erlaube mir eine kleine kurze Frage. Was geschieht mit diesen Lebensmitteln, die man von Verwandten aus Amerika als Geschenk erhält und gerne als Reserven für Deutschland aufheben möchte? Werden selbige auf dem Transport nach Deutschland in Kolding fortgenommen, oder den Flüchtlingen belassen? Denn das sind doch Geschenke von nicht dänischen Erzeugnissen. Bitte die kleine Frage in der nächsten Zeitungsnummer wiederzugeben und zu beantworten.
    Mit bestem Gruss
    Fr. K. Petereit, Aalborg Ost III. 
    28        Auch in dieser Frage ist jetzt eine Verbesserung erreicht worden. Nach den neuen Bestimmungen können Lebensmittel aus Paketen von Amerika mit nach Deutschland genommen werden, wenn dass Paket kurz vor der Abreise angekommen ist und der dänische Lagerleiter eine entsprechende Bescheinigung ausstellt. 
    Die Redaktion. 
    29 Das Suchen nach dem richtigen Wege
    Ein Beitrag zur Jugenddebatte
    30       Man spricht, schreibt soviel von der heutigen Jugend, dass ich als ein Glied dieser Jugend auch einmal sprechen möchte. Man wirft uns eine gewisse Amoralität vor, man sagt, unsere ethischen Werte seien nur noch schwerlich zu retten, man behauptet, unsere Interessen lägen momentan bei den Themen und Problemen philosophisch-schöngeistiger Art und nicht bei den so wichtigen politischen und wirtschaftlichen Tagesfragen. Stimmt! 
    31 Aber nimmt dies Wunder oder ist es gar ein Kuriosum? Denn wir ziehen Vergleiche zwischen den zurückliegenden Jahren und unserem heutigen Dasein, besser Vegetieren.
    32        Heute, da wir unsere Ziele im Unendlichen verschwinden sehen, ist es doch allen verständlich, wenn wir eher zur Moralität der Improvisation neigen, wenn wir heftiger denn je nach Lust und Abenteuer begehren und uns in das Chaos des Lebens stürzen möchten und uns mit allen Mitteln Klärung alles Dunkeln zu verschaffen suchen!
    33 Wenn wir sehen, dass, wie einst, Extreme auftauchen (allerdings diemal zur anderen Seite), dass das Volk der Dichter und Denker zu einem Volk der Denunzianten und Intrigangen geworden ist, dass der eine dem anderen nichts gönnt, ist es da nicht allen verständlicht, wenn wir uns in einen Dilemma befinden, wenn wir gegen das Gegenwärtige polemisieren, gar ablehnen? 
    34        Der politische Friede hat einen inneren Kampf der Jugend gebracht, der nicht von heute auf morgen beendet werden kann. Allerdings wäre es falsch, diesen Kampf zu meiden, denn meiden wir ihn, so werden wir uns noch weiter anwärts entwickeln. Dass wir uns abwärts entwickelt haben, dürfte jedem gegenüber ehrlich, klar sein. Gerade darum ist es bitter notwendig, unsere zerstörte Ideale -- wenn von solchen überhaupt die Rede sein kann -- neu entstehen zu lassen, Vertrauen zur Zukunft zu fassen, so schwer es auch fallen mag. 
    35        Leider muss man feststellen, wie wenig politisches Interesse die Majorität von uns aufbringt. Gewiss: Mit leerem Magen kann man keine Politik betreiben. Weiss man aber nicht, welche Schwierigkeiten dieser eine Satz den Parteien bereitet? Ihr Stand ist gewiss nicht leicht. Gerade darum sollten wir jungen Menschen, so gross die gegenwärtige Not auch sein mag, nicht Eremiten der Politik werden, sondern mithelfen, dass Deutschland wieder eine Einheit wird. 
    36        Ich weiss, viele von uns lächeln oder lachen über diese Probleme, glauben über ihnen zu stehen, sie von einer höhere Warte zu betrachten. Aber stehen sie wirklich über den Dingen? Wohl kaum! Sie lächeln über Begriffe wie Demokratie, Parteien, Wählen etc. Aber warum lächeln sie? Hierauf gibe es die einzige Antwort: Weil diese jungen Menschen nicht gelernt haben, politisch zu denken. 
    37 Ich bin nicht so vermessen, zu behaupten, dass ich es kann. Aber man muss doch bestrebt sein, die neuen Probleme zu betrachten und sich von vornherin nicht zu verschliessen. Leider fehlt bei vielen jeglicher Wille, sich dahingehend umzustellen, und viele, so traurig diese Feststellung ist, können sich von der Ideologie des 3. Reiches noch nicht lösen. Diesen jungen Menschen müsste Elternhaus und Schule helfen. Sie müssen das Vertrauen zur gegenwärtigen Zeit, zu ihrer Umgebung finden. 
    38  Alle kompetenten Personen sollten sich dieser jungen Menschen annehmen, ihnen auf den richtigen Weg helfen und nicht abseits stehen und uns suchen lassen. Es ist so bitter notwendig! Sonst ... nun, das Resultat dieses "sonst" dürfte jedem klardenkenden Menschen allzu bekannt sein. Ich möchte deshalb allen meinen jungen Mitmenschen zurufen: Verschliesst auch Ihr Euch nicht dem politischen Leben, denn wir sind es, die in 20 Jahren Deutschland regieren werden.
    39  Zuzugsgenehmigungen ...
    40      An die Redaktion der Deutschen Nachrichten. Betr.: Ausgabe der "Deutschen Nachrichten" Nr. 2 vom 1.3.47. hier: Artikel Zuzugsgenehmigungen. (02/1947#1)
    41       Wir nehmen Bezug auf die letzte Seite Ihrer obengenannten Ausgabe. Unter der Überschrift: "Zuzugsgenehmigungen" -- geben Sie in Ihrer Antwort bekannt, dass die Angehörigen in Deutschland immer wieder mit den Gemeindebehörden wegen Ausstellung einer Zuzugsgenehmigung verhandeln sollen. (02/1947#10) Dieser Hinweis ist jetzt insoweit überholt, als die alliierten Behörden und damit das Durchgangslager Kolding nur Zuzugsgenehmigungen mit britischem Visum anerkennen, die vor dem 15.10.46 datiert sind, Inzwischen haben nämlich ein grosser Teil von Flüchtlingen nachträglich eine Zuzugsgenehmigung mit Visum erhalten, die jetzt bei den laufenden Transporten nicht berücksichtigt werden können.
    42  Hierüber ist natürlich eine grosse Erregung hervorgerufen worden. Es wäre vielleicht erforderlich, in einer der nächsten Ausgaben auf das Datum der Zuzugsgenehmigungen hinzuweisen.
    Buchardi, Oksbøl. 
    43         Wir glauben, dass jeder Flüchtling, der sich für die britische Zone interessiert, genau weiss, dass im Augenblick nur Zuzugsgenehmigungen mit britischen Visum gelten, wenn sie vor dem 15.10.46 datiert sind. Wenn aber die laufenden Transporte abgewickelt sind, werden neue Vereinbarungenmit neuen Bestimmungen getroffen werden müssen. Wahrscheinlich werden dann auch solche Flüchtlinge an die Reihe kommen, die eine Zuzugsgenehmigung mit britischen Visum besitzen, das nach dem 15.10.1946 datiert ist. 
    44       Ausserdem halten wir es für nützlich, dass sowohl die deutschen Gemeindebehörden, wie auch die britischen Besatzungsbehörden immer wieder auf die Flüchtlinge in Dänemark hingewiesen werden. Steter Tropfen höhlt den Stein! Was für die britische Zone gilt, ist auch für die anderen Zonen zu empfehlen. 
    Die Redaktion. 
    45 Wo bleibt die Gerechtigkeit?
    46        Zurückkommend auf den Artikel, "Die Zuzugsgenehmigung" Deutsche Nachrichten Nr. 2 habe ich noch einiges zu sagen. (02/1947#1)
    47       Die Redaktion gibt in diesem Artikel zu, dass es den Angehörigen in Deutschland furchtbare Schwierigkeiten macht, eine Zuzugsgenehmigung, besser gesagt, eine Zuzugsgenehmigung mit Visum zu erhalten, da die Zahl der 12000 bereits überschritten sein soll. Wenn ich mir diese Angelegenheit richtig überlege, so muss ich sagen, dass die Rückführung der Flüchtlinge eine andere Reihenfolge haben müsste. Meiner Ansicht nach hat man bei den ersten Transporten zu grosszügig gehandelt. Es reiste jeder, der auch nur eine Arbeitsbescheinigung hatte. Die Zuzugsgenehmigungen wurden mit einem Stempel des Wohnungsamtes für ausreichend angesehen und somit reiste der grösste Teil zu Freunden, weitläufigen Verwandten oder Bekannten. --
    48      Es ist mir nicht ganz klar, warum man überhaupt eine Gruppe B aufgestellt hat, da doch s. Zt. für den Abtrantport nur Gruppe A und C in Frage kamen. Es wurde in keiner Hinsicht Wert darauf gelegt, dass in 2. Linie die Familien zusammengeführt werden, da ja in 1. Linie die Beheimateten in Frage kamen. Ich glaube, nach 3-jähriger Trennung wäre es nun Zeit, an die Familien zu denken. --
    49        Männer, die schon seit 1½ Jahren in Deutschland in Lohn und Brot stehen und die dortselbst eine Unterkunft für ihre Angehörigen haben, erhalten keine Zuzugsgenehmigung ganz gleich ob mit oder ohne Visum, da die Behörden felsenfest behaupten, die Angehörigen kämen auch ohne dieses heraus. Uns erzählt man ganz das Gegenteil. 
    50       Wem sagt man nun die Wahrheit, den Männern oder uns?
    Margarete Riedelsberger. 
    Lager Oksbøl Bez. III St. 2-12
    51         Bis jetzt hat man uns die Wahrheit gesagt, denn die Angehörigen konnten ja bisher ohne Zuzugsgenehmigung nicht nach Deutschland hinein und deshalb nicht aus Dänemark heraus. 
    52        D
    53 U
    54        M
    55       I
    56 D
    57         D
    58       W
    59
    60        J
    61       D
    62        A
    63        Z
    64      A
    65       I
    66 Ü
    67       "
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