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Deutsche Nachrichten 1947 Nr 23

 vom 16. Juni 1947

Deutsche Nachrichten 1947 nr 23

 fra 16. juni 1947.

 
  •  Geschichte der Jugendbewegung af Ernst W. Kühn, Gedhus. #1.
  • Erinnerung an Danzig af Helene Landwehrkamp, Gedhus pr. Karup. #22.
  • Anerkennung af Franz Grossmann, Oksbøl. #30.
  • Lagererlebnisse af Hans Klinger, Thistedvej -- Aalborg. #35. Svar: #43.
  • Zu dem Film: "Die Mörder sind unter uns" af Walter Johannsen, Oksbøl. #49.

  • Die Verhältnisse in Sachsen-Anhalt af Erich Dietrich nebst Frau und Kind. #60.
  • Ungdomsbevægelsens historie
  • Erindringer om Danzig.
  • Anerkendelse
  • Lejroplevelser
  • Angående filmen: "Morderne er iblandt os".

  • Forholdene i Sachsen-Anhalt
     1 Geschichte der Jugendbewegung
           Im Hochkapitalismus des Wilhelminischen Zeitalters begann in Deutschland ein kleiner Teil der bürgerlichen Jugend einen aussichtslosen Kampf gegen eine muckige und morsch gewordene Gesellschaftsordnung. Dieser Kampf entstand aus gesundem Protest, er war aber im wesentlichen gefühlsmässig begründet und hatt alle Schwächen einer einseitig romantischen Einstellung zum Leben. 
    3  Es wurde damals die "Wandervogelbewegung" ins Leben gerufen. Diese Bewegung gab zwar vor, über Klassen und Parteien zu stehen, aber ihre gut gemeinten Ideen ebenso wie ihre Anhänger, die vorwiegend Gymnasiasten waren, entstammten dem bürgerlichen Milieu. 
    4  Sie gebärdeten sich sozial, ohne die sozialistische Forderung der Zeit begriffen zu haben. In ihrem vermeintlichen Kampf gegen die versumpfte bürgerliche Moral gelan es ihnen nicht, den wichtigsten ideologischen Verbündeten, die proletarische Jugend, zu gewinnen. Sie gingen auf Fahrt, hielten "Nestabende" ab, pflegten Volkstanz und Volkslied und lebten damit durchaus anders als der satte Spiesser jener Tage. 
    5  Sie vergassen in ihrer Isoliertheit den jugendlichen Arbeiter, den Lehrling, den Laufburschen, die in ihrem Lebensstil schon lange vor ihnen aus ihrem sozialen Schicksal heraus unbürgerlich gewesen waren und für die sie sich anstatt in romantischer Isoliertheit zu verharren, in brüderlicher Verbundenheit hätten aktiv einsetzen müssen.
    6  Trotz allem waren die jungen Menschen damals von gutem Willen beseelt. Es war ihr Verdient, dass sie überhaupt wagten, gegen die bürgerlich Erwachsenenwelt durch eine eigenwillige Lebensform zu protestieren. Die besten Kräfte der damaligen Jugendbewegung hatten sich 1913 auf dem "Hohen Meissner" auf der Tagung der Freideutschen Jugend zusammengefunden.
    7  Das Meissner Programm enthält neben zahlreichen Verworrenheiten, die in erster Linie der bürgerlichen Mentalität entstammten, neue und von sozialistischem Geiste durchdrungene Formulierungen. Aber es waren nur Ansätze, die Theorie blieben. 
    8         Der Krieg 1914-18 hat dann diese Wandervogelbewegung zunächst ausgelöscht. Viele der führenden Jugendlichen fielen dem Kriege zum Opfer. Als sich nach dem Kriege neue Gruppen bildeten, hatte sich die soziologische Situation in Deutschland von Grund auf geändert. Der verlorene Krieg hatte einen grossen Teil des Bürgertums dem Proletariat zugeführt und die sozialistischen Kräfte waren wesentlich stärker geworden. 
    9  Wenn es schon früher verschiedene Richtungen gegeben hatte, traten jetzt zahlreiche Jugendbünde auf den Plan, die alle mit wenigen Ausnahmen ebenfalls als "Jugendbewegung" angesprochen werden wollten. Es lassen sich drei grosse Gruppen herausheben, die jedoch in sich noch in viele kleinere Einzelbünde zerfielen.
    10 a) die völkische Gruppe. Sie galt als der eigentliche Nachkomme des Altwandervogels. Sie hatte unklare nationale Phrasen in ihrem Programm und ihre Anhänger entstammten wieder im wesentlichen bürgerlichen Kreisen. Eine eindeutige politisch Ausrichtung wurde ängstlich vermieden. Man pries den unpolitischen Charakter der Bünde als besonderes Verdienst und verwechselte wie früher sozial mit sozialistisch. 
    11  b) Die konfessionelle Gruppe. Sie war entsprechend der beiden Konfessionen in zwei streng getrennte Lager geteilt. Sie hatten christliche Ideen in ihrem Programm und arbeiteten meist in enger Gemeinschaft mit den Kirchen. Eine politische Ausrichtung wurde deshab ebenfalls abgelehnt. 
    12 c) Die sozialistische Gruppe. Sie hatte als einzige ein klares politisches Ziel, nämlich das Bekenntnis zum Klassenkampf und die Vorbereitung der Jugend auf die kommende Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus. 
    13        Von einer einheitlichen Jugendbewegung war nach dem Weltkriege also keine Rede mehr. Ihr Ziel erfüllten, soweit das heute noch nachprüfbar ist, am besten wohl die konfessionellen und zwar dort, wieder die katholichen Jugendverbände. Sie hatten die einheitliche katholische Geisteshaltung und waren innerlich und organisatorisch am besten aufgebaut. Die völkischen Verbände zersplitterten sich in viel kleine Einzelgruppen und verloren dadurch ihren Einfluss auf die Jugend. 
    14 Die sozialistische Gruppe, die mit den grössten Aussichten in den Kampf gezogen war, hat ihr Ziel ebenfalls nicht erreicht. Es fehlte ihr an der erforderlichen Konsequenz in der aktivistischen Durchsetzung ihres Programms, aber auch an der notwendigen geistigen Führung, die die Jugend nicht mit marzistischer Doktrin, sondern besser mit lebensvoller sozialistischer Kampfbereitschaft ausgestattet hätte. 
    15         Es sind dann in der Weimarer Republik weitere Jugendverbände entstanden, die bald auch eindeutig politischen Charakter annahmen. Es handelte sich dabei oft um Jugendgruppen grosser politischer Vereinigungen. Von den sogenannten "vaterländischen Verbänden" gehören hier die Jugendgruppen des "Jungdeutschen Ordens", des "Stahlhelms" und des "Bismarckbundes" her. 
    16 Die demokratisch-republikanische Jugend sammelte sich im "Reichbanner Schwarz-rot-gold". Auch im fehlte der grosse mitreissende Schwung, die zünge Gedanke. Er war ohne Resonanz im Volk. Es gelang ihm nicht, die deutsche Republik als die Erfüllung der Sehnsucht von 1848 zu propagieren. Die "Rote Jungfront" hat sich als kommunistische Jugendordanisation neben den konfessionellen Jugendverbänden noch am besten behauptet. Aber auch ihr mangelte es an einer Wirklich durchschlagenden ideologischen Grundlage.
    17       Ein gemeinsames Banner schien Hitler entrollt zu haben. Mit den falschen Versprechungen und Phrasen vom "wahren Sozialismus" gelang es ihm, die Jugend verschiedener Klassen an sich zu ziehen. Die Jugend kan aus den verschiedensten Lagern von rechts und links. Das Gescheri und Wortgetön vom "neuen deutschen Sozialismus" war so laut, dass die Jugend die Wirklichkeit übersah oder verkannte: Den Hochkapitalismus der Hugenberg und Seldte, die Trusts, Konzerne und Rüstungsfabriken. Aber: "die deutsche Jugend marschierte".
    18 Sie hatte ihre Ideale vorgesetzt bekommen, zog begeistert die Uniform an und liess sich für die Sache de Kapitalisten einspannen in dem festen Glauben, das Beste für ihr Vaterland zu tun. Man soll hier die Dinge sehen, wie sie wirklich gewesen sind: das Gros der in der früheren HJ organisierten Millionen deutschen Jugendlichen hat nicht wegen der Einzelheiten des Parteiprogramms Hitlers Banner gewählt, sondern deshalb, weil Hitler die Jugend mit der Idee des Grossdeutschen Reiches begeisterte und mitriss. 
    19  Er appellierte an die Gefühlswerte der Jugend, sprach von Mut Tapferkeit, Willenskraft, Treue, Glauben und Vaterlandsliebe, er gab ihrer Phantasie immer neuen Stoff und befriedigte ihr Bedürfnis nach grossen Vorbildern aus der Geschichte. Wir lehnen den autoritären Führergedanken ab, wie er in der HJ geübt wurde und wie er die Selbständigkeit des Einzelnen unterdrückte. Wir lehnen den militärischen Tingeltangel, wie er in der HJ geübt wurde, ab. 
    20 Aber wir sollten anerkennen, dass in dieser früheren HJ eine erfolgreiche systematische politische Schulung betrieben wurde. Es war eine sehr schmackhafte geistige Kost, die den Jugendliche vorgesetzt wurde, und der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die massgebenden Leute in der Führung der HJ die Jugend kannten und dementsprechen handelten. Das ist keine Verherrlichung.
    21  Aber wir sollen nicht alles Frühere aus Prinzip verdammen, sondern um des Zweckes und Zieles willen rücksichtslos und vorurteilsfrei das übernehmen, was der Sache des neuen Deutschland und der neuen Jugend dienlich ist und frommt. 
    Ernst W. Kühn,
    Gedhus. 
    22  Erinnerung an Danzig
    23       Dort, wo die Weichsel fliesst, wo St. Marien grüsst, dot ist mein Heimatland, Danzig am Ostseestrand! Dieser Vers des Danziger Heimatliedes grüsste mich zuletzt, durch entsprechende Bilder von Künstlerhand illustriert, von den Wänden des "Kleinen Bieberstein" der altrenommierten Danziger Gaststätte. Wer kannte nicht dieses behagliche, schöne Lokal am Holzmarkt, das bereits mehreren Generationen Danzigern einen beliebten Aufenhalt bot. 
    24 Wenn man seine Schritte durch Danzigs trauliche Gassen mit den hohen Giebelhäusern lenkte, fand man noch viele solcher anheimelnden Gaststätten im Alt-Danziger Stil, die den Danziger Bürgern und fremden Erholung, Entspannung und gastronomische Genüssen boten. O, wie grüssten doch Deine engen Gassen so lieb und traut, mein liebes Danzig, wenn man sie wieder einmal nach längere Abwesenheit betrat und wie wohl fühlte man sich darin. 
    25  Da war die Langgasse, die Geschäftsstrasse Danzigs mit ihren grossen Kinos und Kaufhäusern, in der sich Danzigs Jugend zu einem abendlichen Bummel zusammenfand, der lustig sprudelnde Brunnen mit dem alten Neptun, der historischen Bronzefigur vor dem stolzen Gebäude des Artushoc mit dem Langenmarkte.
    26  Alle die lieben alten Wahrzeichen Danzigs, das Krantor, der breite massive Turm von St. Marien, im Volksmund die "dicke Marie" genannt, der schlanke Rathausturm und die Sternwarte, wo einst Hevelius nach den Sternen schaute, welcher Danziger könnte sie jemals vergessen.
    27 Die malerische Frauengasse mit ihren Beischlägen vor den alten hohen Patrizierhäusern, die stillen Winkel und Gässchen um St. Marien, wie oft boten sie Künstlerhänden willkommene Motive. Wer könte Deine Schönheit jemals vergessen, liebes Danzig. Eingeprägt bist Du uns in Herz und Sinn!
    28        Der Krieg ist über Dich dahingebraust, Du schöne alte deutsche Stadt und hat Dich und Deine Kulturgüter in Schutt und Asche verwandelt. Nur noch Bildnisse von Künstlerhänden geschaffen, werden kommenden Geschlechtern Kunden von Deiner zerstörten Schönheit geben. Wenn Du auch vom Erdboden verschwunden bist, liebes altes Danzig, in unserem Herzen lebst Du weiter und ewig bist Du unserem Gedächtnis eingeprägt, so stolz und schön, wie wir Dich verlassen mussten. 
    29  Unsere Gedanken suchen Dich oft über Land und Meer in treuem Erinnern, liebes Danzig, verlorene, geliebte Heimat!
    Helene Landwehrkamp, 
    Gedhus pr. Karup. 
    30 Anerkennung
    31         Als bisheriger Vertrauensmann des Lagers Nordby-Fanø, das aufgelöst und nach Oksbøl überführt wurde, möchte ich es nicht versäumen, der Schritleitung und den Mitarbeitern der "Deutschen Nachrichten" in Namen des Lagers Dank zu sagen für die regelmässige Lieferung der Zeitung. 
    32        Seit Oktober 1945 bekam unser Flüchtlingslager auf Fanø die "Deutschen Nachrichten" zu lesen. War es schon damals eine besondere Vergünstigung, eine deutsche Flüchtlingszeitung zu besitzen, so kann ich immer wieder nur sagen, dass gerade die "Deutschen Nachrichten" von allen Flüchtlingen immer mit grosser Freude erwartet wurden. 
    33 Durch die sorgsam ausgewählte Zusammenstellung des Inhaltes und die Reichhaltigkeit auf den verschiedensten Gebieten ist bestimme wertvolle Aufbauarbeit geleistet worden. Die Zeitung ist ein Hauptbestandteil im Flüchtlingsleben geworden. 
    34        Ich selbst habe die Zeitung regelmässig gesammelt und gebunden. In der Leitung der Bildungsarbeit war sie mir ein stets bevorzugtes Material. 
         Mit bestem Dank und Gruss
    Franz Grossmann, Oksbøl. 
    35 Lagererlebnisse Lejroplevelser
    36         Vor einigen Tagen erhielt ich den Ausschnitt einer Berliner Zeitung, die einen Einblick in das Lager Kløvermarken geben sollte. Da ich mehrere Lager in Dänemark kenne, überrascht mich dieses Schlaraffen-Lager. Einige Erfahrungen und Erlebnisse aus meiner Fluchtlingszeit hier möchte ich beifügen und die Klövermarkener Flüchtlinge fragen: "Stimmt das?"          For nogle dage siden fik jeg et udklip fra en berlinsk avis, som skulle give et indblik i lejren Kløvermarken. Da jeg kender flere lejre i Danmark, bliver jeg overrasket over denne slaraffen-lejr. Jeg vil godt tilføje nogle egne erfaringer og oplevelser fra min flygtningetid og spørge Kløvermarks-flygtningene: "Passer det?"
    37         Unsere Lagerzäune sind zwar nicht mit Starkstrom geladen, wir haben aber stellenweise einen doppelten Stacheldrahtzaun. Dass die Wachmannschaften unbewaffnet sind, habe ich in keinem Lager angetroffen. Als Beweis kann ich einige Unglücksfälle anführen, die Flüchtlinge und Wachmannschaften selbst betrafen. Es ist anzunehmen, dass das Geschoss, das aus dem Körper eines Flüchtlingsmädchens entfernt wurde,von einer Maschinenpistole oder einem Gewehr stammt.        Vore lejrhegn er ganske vist ikke ladet med stærkstrøm, men vi har nogle steder et dobbelt pigtrådshegn. At vagtmandskabet er ubevæbnet, har jeg ikke set i nogen lejr. Som bevis kan jeg anføre nogle ulykkestilfælde, som ramte flygtninge og vagtmandskabet selv. Man må antage, at det skud, der blev fjernes fra en flygtningepiges krop, stammer fra en maskinpistol eller et gevær. 
    38  Ein Lazarett auf Seeland wurde Tag und Nacht von ca. 20 Soldaten mit Stahlhelm und aufgepflanztem Seitengewehr bewacht. Ausserdem beleuchteten grosse elektrische Lampen von 4 Seiten das Haus.  Et lazaret på Sjælland blev dag og nat bevogtet af ca 20 soldater med stålhjelm og opplantede bajonetter. Desuden belyste store elektriske lamper huset fra fire sider. 
    39        Als der Arzt der Tuberkuloseabteilung im November 1945 bei Wind und Regen mit dem Motorrad in das Flüchtlingslager Køge Strandhotel gefahren ist, um die Mutter eines im Lazarett liegenden Kindes zur Blutspende für das kranke Kind zu holen, wurde er von dem damaligen Lagerleiter Kapitän a. D. (Name nicht behalten) geohrfeigt, weil er es wagte, dem Lagerleiter zu sagen, der Fall sei dringend und er möchte die Mutter vor der stattfindenden allgemeinen Lagerdurchsuchung zur Rettung ihres kranken Kindes entlassen.          Da lægen på tuberkuloseafdelingen i november 1945 i vind og regn med motorcykel var kørt ind i flygtningelejren Køge Strandhotel for at hente moderen til et barn, der lå på lazarettet til blodtransfusion til det syge barn, blev han af den daværende lejrleder kaptajn a. D. (navnet er ikke i behold) slået med en ørefigen, fordi han vovede at sige til lejrlederen, at tilfældet hastede og at han skulle lade moderen komme med før den almindelige lejrgennemsøgning, der skulle til at finde sted, så hendes barn kunne blive reddet. 
    40      Die Beheizung und Bekleidung ist ein Kapitel für sich, und es macht sich jeder Gedanken darüber. In unserem Lager werden z. Zt. noch Erfrierungen der Gliedmassen behandelt. Das warme Essen ist auch oft genug ausgefallen.         Opvarmning og beklædning er et kapitel for sig, og enhver gør sig sine tanker derom. I vores lejr bliver for tiden stadigvæk behandlet forfrysninger af lemmer. Den varme mad er ret ofte faldet bort. 
    41        Dass der dänische Offizier den Lagerinsassen gegenüber so freundlich war, glaube ich nicht; denn es ist den Dänen das Fraternisieren amtlich verboten, und der Stolz eines richtigen Deutschen würde es auch nicht erlauben, mit den Dänen zu fraternisieren.         At den danske officeer var så venlig overfor de indsatte i lejren, tror jeg ikke, for det er tjenstlig forbudt danskerne at fraternisere, og en rigtig tyskers stolthed ville heller ikke tillade ham at fraternisere med danskerne. 
    42       Ich bitte, diesen Artikel den Lesern der "Deutschen Nachrichten" zur Kenntnis zu bringen und hoffe, dass die Klövermarkener dazu Stellung nehmen werden. 
    Hans Klinger,
    Thistedvej -- Aalborg.
           Jeg anmoder om, at denne artikel bliver bragt til læsernes kendskab i Deutsche Nachrichten, og håber på, at de indsatte i Kløvermarken til tage stilling dertil.
    Hans Klinger,
    Thistedvej -- Aalborg. 
    43        Diese Zuschrift bezieht sich auf einen Artikel, woaus wir zitieren:        Dette læserbrev er en reaktion på en artikel, hvorfra vi citerer: 
    44       "... "das Internierungslager Kløvermarken, in dem 17.000 von der Wehrmacht bei ihrer Flucht zurückgelassenen Deutschen Gelegenheit gegeben ist, sich über den Grössenwahnsinn der Führer des zusammengebrochenen Dritten Reiches ihre Gedanken zu machen, bevor sich ihre Rückführung in ihre zerstörte Heimat ermöglichen lässt ..." "... Es herrscht kein Kohlenmangel in Kløvermarken, solange die Dänen selbst noch welche zur Verfügung haben ..." "... Manche haben gefragt, wie es kommt, dass die dänische Regierung den Angehörigen eines Volkes, das ihr Land lange Jahre ausgebeutet und alle Freiheiten aufgehoben hat, Tausende und aber Tausende von Dänen einsperren, foltern und erschiessen liess, eine so grosszügige, fast väterliche Behandlung zuteil werden lässt.          " ... "interneringslejren Kløvermarken, i hvilken der gives 17.000 tyskere, der efter deres flugt blev efterladt af værnemagten, anledning til at gøre sig tanker over storhedsvanviddet hos føreren over de sammenbrudte Tredie Rige, før de får mulighed til at føres tilbage til deres ødelagte hjemstavn ..." " ... Der er ingen kulmangel i Kløvermarken, sålænge danskerne selv endnu har noget til rådighed ..." "... Mange har spurgt, hvoraf det kommer, at den danske regering lader mennesker, der tilhører et folk, som fem lange år igennem har udbyttet deres folk og ophævet alle friheder, som lod tusinder og atter tusinder af danskere indespærre, torturere og skyde, få del i en så storladen, næsten faderlig behandling. 
    45 Der junge dänische Offizier, der mich während meines Rundganges begleitete, sagte mir wortwörtlich: "Unsere Regierung will den Deutschen zeigen, wie man Gefangene und politische Internierte hätte behandeln müssen", und er fügte hinzu: "Für die befriedigenden Ergebnisse unserer Methode haben wir schon eine ganze Reihe von Beweisen." Das mag ohne Zweifel stimmen ..." "Diesen Menschen droht kein Krematorium, keine Gaskammer und kein Hungertod ... " Den unge danske officer, der ledsagede mig under min rundgang, sagde ordret til mig: "Vores regering vil vise tyskerne, hvordan man skulle havde behandlet fanger og politisk internerede", og han føjede til: "For de tilfredsstillende resultater af vores metode har vi allerede en hel række af beviser". Det passer uden tvivl ..." "... Der er intet krematorium, intet gaskammer eller hungersnød, der truer disse mennesker ..."
    46        Dieser deutsche Berichterstatter hat den Kern der Dinge richtig gesehen. Einigermassen menschenwürdige Zustände in den Flüchtlingslagern in Dänemark auf der einen Seite, barbarische Tortur- und Mordmethoden bei den Nazis auf der anderen Seite.         Denne tyske korrespondent har rigtigt set kernen af tingene. Nogenlunde menneskeværdige tilstande i flygtningelejrene i Danmark på den ene side, barbariske tortur- og mordmetoder ved nazisterne på den anden side. 
    47  Wir missbilligen alle unnötige Schiesserei bei den Flüchtlingslagern, wir missbilligen Ohrfeigen, ganz egal aus welchem Anlass sie ausgeteilt werden, wir beklagen Mängel in der Beheizung und Bekleidung. Aber alles dies ist doch ein Nichts gegenüber den sechs Millionen Menschen, die in Deutschlands Namen von den Nazis in Gaskammern ermordet sind.  Vi misbilliger alt unødigt skyderi omkring flygtningelejrene, vi misbilliger ørefigner, ganske ligegyldigt af hvilken grund de uddeles, vi beklager mangel på varme og klæder. Men alt dette er dog en bagatel imod de seks millioner mennesker, som i Tysklands navn blev myrdte af nazisterne i gaskamrene. 
    48      Wir können gut verstehen, dass die Dänen kein Fraternisieren mit den Deutschen wünschen, die ihre Unterdrücker und Peiniger waren. Aber für den umgekehrten Fall sind wir ganz anderer Meinung wie Herr Klinger. Die Dänen haben Deutschland nichts Übles angetan, in den letzten beiden Jahren haben sie für 200.000 Deutsche uneigennützig gesorgt. Unser Stolz als Deutsche leidet keinen Schaden, wenn wir unsere Dankbarkeit und unsere Sympathie für das dänische Volk offen zum Ausdruck bringen. 
    Die Redaktion. 
             Vi kan godt forstå, at danskerne ikke ønsker nogen fraternisering med tyskerne, der jo var deres undertrykkere og udpinere. Men hvad det omvendte angår, er vi af en ganske anden mening end hr Klinger. Danskerne har intet ondt gjort Tyskland, i de sidste to år har uegennyttigt sørget for 200.000 tyskere. Vores stolthed lider ingen skade, når vi åbent bringer vor taknemlighed og vor sympati for det danske folk til udtryk. 
    Redaktionen. (n48
    49  Zu dem Film: "Die Mörder sind unter uns"
    50       Dieser Film ist von einer bisher nie dagewesenen Wirklichkeitsnähe, dass man unwillkürlich glaubt, mitten in diesem lebendigen, wahren, echten Lebensgeschehen drinzustehen. --
    51         Mit mir werden viele, sehr viele ehemalige Soldaten wissen, dass es die grauenvollen Wirklichkeit ist, die dieser Film uns zeigt. Für gewissenhafte Menschen zeigt er den Schauder des Krieges, die unmenschliche und gewissenlose Opferung vieler, ach all zu vieler Millionen Menschen, gleich, ob Kind, Frau oder Mann. --
    52        Vielen Soldaten und anderen ging es so wie den Unterarzt Hans Mertens, dem ein Menschenleben mehr ist, als nur ein Vieh! Viele haben das Gleiche erlebt, erlebten, wie verantwortungslose und gefühlsrohe bestialische Offiziere, von der Sorte des Hauptmanns Brückner, wegen einer Einzentat hundert und noch mehr MEnschenleben kaltblütig vernichteten, nur um ihre sadistischen und rohen Naturen im Blutrausch zu befriedigen. --
    53          Ja, werden die weniger Gewissenhaften sagen, dafür was es Krieg. Ja, ist das vielleicht Krieg, wenn man gegen wehrlose und waffenlose Kinder und Frauen die Schusswaffen richtet und sie abschisst? Nein, das ist kein Krieg, es ist Mord, der in jedem Kulturland schwerstens geahndet wird. --
    54        "Die Mörder sind unter uns" zeigen uns nicht nur einen wahren Lebensausschnitt Krieg und Nachkriegserleben, sondern sie zeigen uns auch, welche Seelekämpfe Soldaten von der gleichen Art des Unterarztes Hans Mertens zu bestehen und durchzukämpfen haben.
    55  Sehr vielen hilft kein Mädchen Susanne in diesen Kämpfen, sie wandern als Seelenvergiftete weiter durchs Leben. Vor ihren inneren Augen follt sich dieses fürchterliche Erleben immer wieder ab. Viele gehen an diesen Seelenkämpfen zugrunde, nur wenige finden einen Menschen wie das Mädchen Susanne.
    56 Die Susanne weiss von dem fürchterlichen Leben, denn sie kommt aus dem Konzentrationslager, wo der Tod und das Leid zu Hause waren. Sie erkennt mit klarem Blick den schrecklichen Seelenzustand des Hans Mertens und versucht, durch Verständnis, Entgegenkommen und mit ihrer Liebe den durch das Kriegserleben seelisch Vergifteten wieder aufzurichten, ihm den Glauben an das Leben und das Menschentum zurückzugeben. --
    57         Die Hauptmann Brückner werden nicht ihrem Schicksal entgehen, das Schicksal rechnet langsam, aber es rechnet ab. Doch kann ein Mensch wie dieser gefühlsrohe Offizier überhaupt diese Tat begleichen? Nein, das können sie nicht und wollen sie auch nicht, sie sind so tief in ihre vermeintliche Unschuld verstrickt, dass sie nie das ungeheure Elend und Leid erkennen werden, das Leute ihres Schlages angerichtet haben. --
    58       Diese Leute sollen sich ja nur hüten, wie Hauptmann Brückner zu sagen, sie wünschten sich die goldene Freiheit der feldgrauen Uniform zurück. Meine Herren, diese Zeiten sind vorüber. Der Militarismus liegt zerschlagen am Boden und wird sich auch nicht mehr erheben. Der Friede ist für den Aufbau Deutschlands, Europas und der Welt nötig. Ihr Schuldigen, wie warnen Euch, versucht ja nicht, den Frieden zu stören oder ihn für Eure Zwecke zu missbrauchen. 
    59 Eure Schuld würde ins Unermesslich steigen, aber begleichen müsst Ihr diese. Die Hauptmann Brückner kommen nicht um ihre Schuld, sie sind für alle die Not, das Elend und Leid verantwortlich, auch sie werden ihren Richter finden. -- 
    Walter Johannsen, 
    Oksbøl. 
    60   Die Verhältnisse in Sachsen-Anhalt
    61       Viele Flüchtlinge kennen Erich Dietrich, den früheren Büroleiter des Flüchtlingsausschusses. Er reiste im Februar nach Sachsen-Anhalt und arbeitet dort mit Kurt Vieweg zusammen, der bis zum Juli vorigen Jahres hier in Dänemark war uns als Mitglied des Flüchtlingsausschusses vielen Flüchtlingen persönlich bekannt ist. Aus einen Brief Erich Dietrichs veröffentlichen wir im Auszug folgendes: 
    62         Im Osten spürt man überall Tätigkeit. Die Strassen sind gereinigt. In den Schaufenstern sind Waren ausgelegt, man kann Haushaltsgeräte und sonstige Sachen kaufen. In der Ostzone brauchst du nach Brot nich anstehen. Auch sonst erhällst du alles, was dir zukommt. Meine Tochter hat jetzt zu Ostern 4 Eier erhalten. Alle Kinder unter 5 Jahfen haben dies bekommen. 
    63 Vor allem aber gibt es hier keine Arbeitslosen, und es wird gearbeitet. Es werden neue Häuser errichtet, der Schutt verschwindet. Die Strassenbahnen fahren in allen Orten. Man kann noch so sehr die SED kritisieren, aber sie schafft etwas. Es sind Schulen, Hochschulen usw. errichtet, um den kleinen Mann zu schulen. 
    64  Alle leitenden Stellen sind von Leuten besetzt, die ihre Verantwortung kennen. Auf dem Lande gibt es keinen Grossgrundbesitz mehr und auch hier sine neue Organisationen geschaffen, die ihre Aufgaben kennen und der Allgemeinheit dienen, die Vereinigungen der gegenseitigen Bauernhilfe. 
    65  Es ist alles demokratisch aufgezogen. Die Vorstände sind alle gewählt. Sollte jemand gegen die Allgemeinheit arbeiten, so wird er selbstverständlich entfernt, denn es gilt aufzubauen und nicht für sich allein zu bauen. 
    66        Jeder Bauer erfüllt sein Soll. Er muss abführen. Aber deshalb kann man nicht von Diktatur reden. Auch in Dänemark und anderen Ländern gibt es Einschränkungen, wenn es sich um das Allgemeinwohl handelt. Ein demokratischer Staat kan ja nur leben, wenn alles ordnungsgemäss und nach Gesetzen geregelt ist. Sonst artet es in Anarchismus aus. 
    67  Selbstverständlich gibt es im Osten noch Schwierigkeiten und zwar grosse, aber der Wille ist vorhanden, diese zu überstehen. Sie werden aber überwunden. Besonders schwer wird es jetzt durch die grossen Überschwemmungen. Viel Saatgetreide ist vernichtet, aber die Hilfe der anderen Menschen und Organisationen ist gross, so dass man auch diese Krise einigermassen überstehen wird. So sieht es heute in Deutschland aus. 
    68         Ich selbst arbeite jetzt als Organisationsleiter im Landesverband der gegenseitigen Bauernhilfe. Kurt Vieweg ist Landessekretär und Chef des ganzen Apparates. Uns steht ein schweres Jahr bevor, aber wir hoffen, dass es zum Besten ausfallen wird. Wir werden alles versuchen, um der Welt zu zeigen, dass man im Osten nicht redet, sondern arbeitet, um die Schwierigkeiten zu überwinden und für die Allgemeinheit zu sorgen, und dass wir auf dem Wege zum Sozialismus einen Schritt weiter kommen. 
    69       Grüsst bei Alle. Mit den besten Grüssen verbleiben wir
    Erich Dietrich nebst Frau und Kind. 
    70 W
    71       D
    72 W
    73 D
    Anmerkungen Noter
    n35:  Diese Zuschrift wird in Havrehed, Seite 291, erwähnt, folgendermassen: " ... Hans Klinger von einem Aalborg-Lager hat eine Reihe von Dingen stark kritisiert, z. B. doppelte Stacheldrahtzaun, Ohrfeigen an einen deutschen Arzt, Erfrierungen u. s. w. Die Antwort der Redaktion war keine glückliche, sie fand sich in einer unglücklichen Loyalitätsverhältnis den Flüchtlingen, den eigenen Landsleuten und der dänischen Behörden, die letzten Endes Alles bezahlte, gegenüber.  n35: Dette læserbrev omtales i Havrehed, 291, på følgende måde: "  Hans Klinger fra en Aalborg-lejr fremførte stærk kritik af en række forhold såsom dobbelt pigtråd, skyderi mod flygtninge, lussinger til en tysk læge, forfrysninger m. v. Redaktionen var ikke heldig med sit svar, den befandt sig i et ulykkeligt loyalitetsforhold over for flygtninge, egne landsmænd, og den danske administration, der betalte for hele sagen". 
    n48:  Havrehed hat den Stolz des Herrn Klinger nicht bemerkt, einen Stolz, der eine Überreste der Herrenvolksmentalität ist. Das hat dagegen die Redaktion, und das mag der Grund dafür sein, dass sie seine Anklagen nicht recht ernst nimmt. Sie wissen, dass ein solcher Stolz geneigt ist, nur das Üble bei einem anderen Volk zu sehen.  Havrehed har ikke bemærket hr Klingers stolthed, en stolthed, der var en rest af herrefolksmentaliteten. Det har derimod redaktionen, og det kan være grunden til, at den ikke tager hans anklager helt alvorligt. Den véd, at en sådan stolthed er tilbøjelig til kun at se det onde ved et andet folk.